27.05.2016 16:40
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Milchgipfel
4 Teilnehmer fordern 75 Rp./kg
Vier Bauernvertreter, welche am Milchgipfel teilgenommen haben, stellen weitergehende Forderungen. Nationalrat Marcel Dettling, Kantonsrat Martin Haab, Nationalrat Pierre-André Page sowie Walter Willener, ehemaliger Agora-Direktor, wollen griffige Massnahmen (v.l.). Mit Umfrage.

Nicht alle Teilnehmer des Milchgipfels auf dem Gurten bei Bern sind mit dem Erreichten zufrieden. «Für die Verbesserung der finanziellen Situation der Milchbauern ist eine sofortige Erhöhung des Molkereimilchpreises auf 75 Rappen dringlich», schreiben vier Teilnehmer in einer Mitteilung.

75 Rappen pro kg als Minimum

Hinter der Mitteilung stehen die Nationalräte Marcel Dettling (SVP, SZ) und Pierre-André Page (SVP, FR), weiter Martin Haab, BIG-M-Präsident und Geschäftsleitungsmitglied des Zürcher Bauernverbandes, sowie Walter Willener, ehemaliger Geschäftsführer des Westschweizer Bauernverbandes Agora.

Der Milchgipfel habe wenig Verbesserung der Situation der Milchbauern hervorgebracht. «Eine Diskussion der Produzentenanliegen hat kaum stattgefunden. Der Wortlaut des angekündigten Manifests wurde den anwesenden Vertretern der Branche nicht vorgestellt», wird kritisiert. 75 Rp./kg sei das absolute Minimum, um der kommenden Bauerngeneration eine einigermassen realistische Perspektive zu eröffnen. Der aktuelle Milchpreis von unter 50 Rappen werde für die meisten Milchbauern nicht länger finanzierbar sein.

Referenz pro Betrieb

Der Milchpreis von 75 Rp./kg könne mittels Segmentierung auf der Basis einer aktuellen Referenzmenge je Betrieb realisiert werden. Diese Referenzmenge soll unterteilt werden  in eine A-Menge sowie in eine B- und allenfalls in eine C-Menge, entsprechend dem Absatzportfolio des Abnehmers.

A-Menge begrenzen

Die A-Menge für den Inlandmarkt müsse begrenzt, die B- und die C-Menge nach oben frei sein. Der Zwang zur Ablieferung von C-Milch sei sofort zu stoppen, ebenso die Zwangsabgaben für Marktabräumungsmassnahmen (Lactofama), wird gefordert. Wer B- und C-Milch produzieren wolle, könne bei guter Marktsituation profitieren, müsse aber auch das Risiko bei schlechter Marktlage tragen.

Des Weiteren sei die Bündelung des Angebots auf Produzentenseite sofort anzugehen, um das Ungleichgewicht in den Marktstrukturen zu verbessern: «Nur so kann die Position der Milchbauern in den Verhandlungen gestärkt werden.»

Die Medienmitteilung

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