29.04.2014 18:22
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Milchmarkt
5 Jahre Quotenausstieg - Probleme ungelöst
Ende April 2014 jährt sich das Ende der staatlichen Milchkontingentierung zum fünften Mal. Der liberalisierte Milchmarkt sei unberechenbar, beklagt die Milchbauern-Organisation Big-M. Der Vorsprung, den man auf die EU gehabt habe, sei verspielt worden.

Milchpreise, die unter den Produktionskosten liegen; Butterberge, die im Ausland mit Verlust verramscht werden müssen; eine Milchproduktion, die nicht der Nachfrage angepasst werden kann: Big-M, die Bäuerliche Interessengruppe für Marktkampf, zieht fünf Jahre nach der staatlichen Mengensteuerung eine niederschmetternde Bilanz. Der Milchmarkt sei ausser Rand und Band, weil mit den Bauern keine verbindlichen Milchkaufverträge abgeschlossen worden seien. „Dass über 90 Prozent der Milchbauern auch 2014 keinen solchen Vertrag unterschrieben haben, ist gelinde gesagt vorsätzliche Schlamperei“, heisst es im neusten Newsletter von Big-M. Handel und Molkereien seien die Profiteure.

Die Schweiz sei im Jahr 2009 aus der Milchkontingentierung ausgestiegen, um einen Vorsprung gegenüber der EU zu erreichen, um Erfahrungen im freien Markt zu sammeln. „Heute müssen wir feststellen, dass angesichts der immer noch ungelösten Probleme der eigentliche ‚Vorsprung‘ von 6 Jahren leichtsinnig verspielt worden ist“, beklagt Big-M. Nirgends in der Wirtschaft werde so lange an einem Problem mit untauglichen Lösungen herumgebastelt.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE