5.04.2018 06:34
Quelle: schweizerbauer.ch - lid/blu
Österreich
A: Milchbauern mit höherem Preis
Die Molkereien in Österreich haben ihren Umsatz letztes Jahr um 10,2 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro (3.16 Mrd. Fr.) gesteigert. Die Zunahme ist vor allem auf höhere Verwertungspreise, insbesondere bei fetthaltigen Produkten, sowie auf höhere Verarbeitungsmengen zurückzuführen, wie aiz.info berichtet. Die Bauern erhielten einen um 19% höheren Milchpreis.

Die Ertragslage der Molkereien ist jedoch weiterhin knapp geblieben, das Ergebnis vor Steuern betrug 1,4 Prozent der Betriebsleistung.

"Die hohe Marktkonzentration, der wachsende Anteil von Eigenmarken und bisher noch nicht umgesetzte Massnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbssituation in der Lebensmittelkette sind für die Milchbauern und Verarbeiter insgesamt eine sehr grosse Herausforderung. Es bleibt zu hoffen, dass die angekündigten Maßnahmen der EU- Kommission zur strengeren Handhabung unfairer Handelspraktiken und die diesbezüglichen Maßnahmen in Österreich so bald wie möglich wirksam werden", sagte Helmut Petschar, Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM).

Beim Export mit Molkereiprodukten konnte Österreich im Jahr 2017 deutliche Zuwächse erzielen: Mit einem Exportwert von 1,18 Mrd. Euro (1.38 Mrd. Fr.) (+4,7%) wurden die bisherigen Rekordzahlen des Jahres 2014, dem letzten Jahr vor der Milchkrise, wieder erreicht. Gestiegen sind aber auch die Importe, diese betrugen 781 Mio. Euro (+8,6%). Insgesamt realisierete die heimische Milchwirtschaft einen positiven Exportsaldo von 402 Mio. Euro (470 Mio. Fr.). 

Die österreichische Milchanlieferung ist im Jahr 2017 um 3,1% auf 3,071 Mio. t gestiegen. Ein deutlichr Zuwachs wurde bei der Biomilch festgestellt. Mit einer Produktion von 526'000 t stieg der Biomilchanteil auf 16,4%. Der Strukturwandel setzte sich in der österreichischen Milchwirtschaft fort: Die Zahl der Milchlieferanten sank 2017 um 3,2% auf 27'600. Mit 19,7 Kühen im Durchschnitt, einer Milchlieferleistung von 6'100 kg je Kuh und einer mittleren Molkereianlieferung je Landwirt von 120'000 kg seien die Betriebe im internationalen Vergleich immer noch kleinstrukturiert, schreibt aiz.com.

Die Produzentenmilchpreise sind 2017 in Österreich im Schnitt um 19% auf 42,12 Cent/kg (49.3 Rp.) gestiegen (Milch mit natürlichen Inhaltsstoffen, ab Hof, inkl. MwSt.). "Diese Erhöhung ist vor dem Hintergrund der Preisrückgänge in den vorangegangenen zwei Jahren zu sehen und verweist auf die hohe Volatilität am Milchmarkt", sagte Helmut Petschar. Das durchschnittlich ausbezahlte Milchgeld der österreichischen Molkereien an die heimischen Landwirte lag mit 50'585 Euro um 27,4% über dem Vorjahreswert und brachte für die heimischen Milchbauern eine dringend benötigte Verbesserung bei den Einkommen. 

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE