17.08.2018 17:54
Quelle: schweizerbauer.ch - sal/blu
Milchmarkt
Abzug für zu wenig Milch erhöht?
Ein Online-Kommentator hat geschrieben, dass die Milchhandelsorganisation Mooh per Oktober die Unterlieferungsabgabe im Planungsmodell auf 8 Rp./kg erhöhe. Die Mooh erklärt auf Anfrage, die Konditionen für Oktober seien erst provisorisch.

«So sehen solidarische Abnehmer aus», kritisierte der Kommentator auf schweizerbauer.ch sarkastisch. Für die Monate August und September beträgt die Unterlieferungsabgabe 6 Rp./kg.

Die in der Produzenten-Info publizierte Unterlieferungsabgabe von 8 Rp./kg sei erst provisorisch, sagt zu Mooh zu «Schweizer Bauer». «Wir arbeiten daran, dass in den Preisverhandlungen fürs vierte Quartal mit den Kunden etwas bewegt werden kann. So werden wir vor dem Entscheidungszeitpunkt nochmal alle Fakten prüfen und die Oktoberpreise entsprechend angepasst beim Verwaltungsrat zur Genehmigung beantragen», erklärt die Organisation weiter.

Produzenten mit einem Unterlieferungsabzug haben sich für das Planungsmodell der Mooh entschieden. Das Modell hat monatlich fix vereinbarte Liefermengen. «Produzenten erhalten auf die gesamte gelieferte Milchmenge einen Planungsbonus», hält die Mooh fest. I Moment beträgt dieser 1.5 Rp. je Kilo. Im Gegenzug wird ein marktorientierter Abzug auf Unterlieferungen im Sommer und Überlieferungen im Frühling vorgenommen. Das Ziel des Modells ist es, den Bauern mehr Handlungsspielraum zu geben.

Mooh wolle auf eine Erhöhung des Unterlieferungsabzugs verzichten, weil «uns bewusst ist, dass viele unserer Produzenten enorm gefordert sind mit der aktuellen Trockenheit» und weil dadurch auch nicht mehr eingeliefert würde. Aber es gilt auch: «In Zeiten, wo die Milch knapp ist, sind wir als Vermarkter gefordert, die vertraglich vereinbarten Liefermengen bei unseren Kunden einzuhalten.»

Mooh ist nach eigenen Angaben mit 4'200 Milchproduzenten in 20 Kantonen der Nordost- und Nordwestschweiz und in zwei Sprachregionen die führende Milch-Produzentenorganisation in der Schweiz. Täglich werden 1.6 Millionen Kilo Milch transportiert. Insgesamt handelt Mooh pro Jahr 630 Millionen Kilo Milch. Mooh ist 2016 aus der Zusammenführung des Milchhandelsgeschäfts der MIBA Genossenschaft und der Nordostmilch AG entstanden. Später kamen 400 Prolait-Industriemilch- und 270 Biomilchpool-Produzenten hinzu. 

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