16.01.2019 19:07
Quelle: schweizerbauer.ch - Stefan Kohler
Kommentar
«B-Milch-Preis dürfte sich erholen»
Stefan Kohler, Geschäftsführer der Branchenorganisation Milch (BOM), äussert sich in einem Marktkommentar zu aktuellen Situation auf dem schweizerischen Milchmarkt.

Der trockene Sommer 2018 ist noch in guter Erinnerung. Ab Juli und August wuchs vielerorts mehrere Wochen kein Futter mehr. Es wurde erwartet, dass eine wesentlich tiefere Milchproduktion die Folge dieser Trockenheit sein wird. Dies war aber zur Überraschung vieler Beobachter nicht der Fall. Die produzierten Mengen entsprachen bis und mit Oktober mehr oder weniger den hohen Werten des Vorjahres. 

Dafür gibt es zwei Erklärungen: Entweder griffen die Milchbauern bereits im Sommer und Herbst auf die Futtervorräte für den Winter zurück oder sie kauften Heu zu, welches letztendlich in den allermeisten Fällen aus dem Ausland stammt. Für die zweite Erklärung spricht die Zollstatistik, welche Rekordimporte für Heu und Luzerne nachgewiesen hat.  Seit November beginnt sich die Futterknappheit nun tatsächlich etwas auszuwirken. In den letzten zwei Monaten 2018 ging die Milchproduktion um jeweils 2,3 bzw. geschätzte 2,5% zurück. 

Ähnlich ist die Entwicklung in unseren Nachbarländern. Es wurde 2018 mehr gemolken als im Vorjahr, was vor allem auf das überaus milchreiche erste Halbjahr zurückzuführen ist. Seit dem Herbst geht das Wachstum zurück, seit Oktober ist bereits ein Produktionsrückgang zu beobachten.

Was die Preise im EU-Markt betrifft, hat sich das unnatürliche Verhältnis in der Fett- und Eiweiss-Bewertung etwas normalisiert. Während die Butterpreise zurückgingen, zog der Preis für Magermilchpulver ganz leicht an, dies trotz massiven Verkäufen aus dem nach wie vor grossen Interventionslager. Für den Schweizer Milchmarkt bedeutet dies, dass sich der Milchpreis für das B-Segment in den kommenden Monaten wieder etwas erholen dürfte. Denn dieser ist zu 50% vom internationalen Magermilchpulverpreis abhängig. 

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