12.02.2017 14:02
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
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B-Milch zu C-Preis kaufen ist legal
Der Westschweizer Milchhändler Prolait kauft B-Milch praktisch zum Preis von C-Milch ein. Zwar kann man damit die Freiwilligkeit der C-Milch umgehen. Trotzdem sei eine Deklassierung von B- zu C-Milch legal. Einzig das Umgekehrte sei verboten, sagt die BOM

Die Berechnung des B-Richtpreises geht wie folgt: Butter wird  in der Schweiz verkauft. Das Magermilchpulver wird auf den Weltmarkt exportiert Das ergibt für Februar 2017 einen Richtpreis von 49,8 Rp., der sich zu rund 40 Rp./kg  für den Wert für das Milchfett und 9,87 Rp./kg für das Milcheiweiss zusammensetzt.

Offenbar werden aber B-Milch-Preise bezahlt, die praktisch auf C-Milchniveau liegen. So bezahlt Milchhändler Prolait im Februar gerade mal 32 Rp./kg. Es gibt dafür nur zwei Erklärungen: Entweder hat der Verarbeiter das Milchpulver «gratis» eingekauft und dabei gleichzeitig nicht einmal für die Butter den korrekten Schweizer Preis von 40 Rp./kg bezahlt. Oder dann exportiert die Molkerei nicht nur das Eiweiss, sondern auch die Butter zum halb so hohen Weltmarktpreis von 20 Rp./kg. Sprich: Die Molkerei kauft auf dem Papier B-Milch, verwertet diese aber als C-Milch.

Diese Deklassierung von B- zu C-Milch ist aber gemäss BOM-Geschäftsführer Stefan Kohler nicht verboten: «Wenn im liberalisierten Milchmarkt zwei Marktpartner vereinbaren, dass sie B-Milch trotz Richtpreis bei 50 Rp. zu einem Milchpreis von 30 Rp. oder 32 Rp. handeln, dann können wir von der BOM dagegen nicht vorgehen.» Es gebe keinen Paragrafen in den BOM-Reglementen, der Mindestpreise für Milch für ein Segment vorschreibe. «Ich stehe aber zu meiner Aussage, dass im Fall von 30-räppiger B-Milch etwas nicht in Ordnung ist, und appelliere an die Milchverkäufer,  Angebote für B-Milch zu 30 Rp. kritisch zu hinterfragen», betont Kohler.

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