5.02.2013 10:55
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sda
Milchmarkt
BIG-M: «Es braucht eine Revolution von unten!»
«Wer im Milchverkauf tätig ist, hat in einer Produzentenorganisation wie dem SMP nichts verloren.» Die Milchmarkt-Interessengruppe BIG-M hat Verständnis dafür, dass der Direktor und der Präsident der Schweizer Milchproduzenten (SMP) das Handtuch geworfen haben.

Der Rücktritt der SMP-Führungsspitze sei zwar bedauerlich, komme für BIG-M aber nicht unerwartet, schreibt die Interessengruppe in einem Communiqué vom Dienstag. Das Problem im SMP-Vorstand bestehe darin, dass die allermeisten Vertreter zwar Milchbauern seien, gleichzeitig aber auch im Vorstand oder Ausschuss einer Milchhandelsorganisation sässen. Darum ist für BIG-M klar, dass wer im Milchverkauf tätig ist, in einer Produzentenorganisation wie dem SMP nichts verloren hat.

Die Milchverarbeiter hätten die Produzenten in der Hand, schreibt BIG-M weiter. Die Milchpreissegmentierung sei das ideale Instrument dazu. Wer linientreu sei und die Milch zu einem tieferen Preis liefere, werde mit grösseren Lieferverträgen belohnt.

«Die Übermacht der Industrie und der Grossverteiler ist viel zu gross, als dass wir diese auch noch in unserem ureigenen Verband mit- erdulden und finanzieren müssen.» Die Vorstellung, dass in Zukunft nicht nur in der Branchenorganisation Milch, sondern auch im SMP ausschliesslich Milchhändler die Milchbauern vertreten, ist für BIG-M besorgniserregend.

Es benötige daher eine grundlegende Reorganisation der SMP. Der Abgang der Verbandsführung müsse nun dazu führen, dass im neuen SMP die Interessen des Handels klar von den Produzenten getrennt werde und dies auch personell. Paradoxerweise würden nun die falschen Personen den Vorstand verlassen. BIG-M geht davon aus, dass die meisten SMP-Vorstände weiterhin ihrem Platz behalten werden. «Wenn wir eine eigene starke Produzentenorganisation wollen, wird das nur durch eine Revolution von unten möglich sein», so die deutliche Aussage von BIG-M.

SMP-Präsident Peter Gfeller und SMP-Direktor Albert Rösti hatten letzten Freitag ihren Rücktritt bekanntgegeben. Als Hauptgrund für ihre Rücktritte nennen Gfeller und Rösti eine strategische Blockade im Vorstand. «Das Problem ist, dass die gleichen Leute zwei oder mehrere Hüte aufhaben», sagte Gfeller.

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