26.08.2019 12:58
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Österreich
Brexit: Preisdruck bei Butter Vorbote
Den Preisdruck am Milchmarkt und insbesondere bei der Butter sieht der Präsident des Österreichischen Bauernbunds, Georg Strasser, im Zusammenhang mit dem wahrscheinlichen Austritt Grossbritanniens aus der Europäischen Union.

„In der Milchbranche sind die Vorboten des Brexits bereits spürbar. Die Märkte kommen unter Druck, weil Irland die Milch am EU-Festland verkaufen will“, erklärte Strasser am vergangenen Freitag in Wien.

Auf heimische Qualität

Die Zukunft der Handelsbeziehungen mit Grossbritannien sei ja bekanntlich ungewiss. Als Signale dafür deutet er den Preisdruck am Buttermarkt. Strasser forderte daher den Handel sowie die Gastronomie und die Konsumenten dazu auf, heimischer Qualität die Treue zu halten. Er wies darauf hin, dass Butter aus dem Ausland oft in den Handelsmarken stecke, wo der Inhalt leicht austauschbar sei.

„Österreichische Butter hat der Butter aus dem Ausland aber einiges voraus“, hob der Verbandspräsident hervor. Dazu zählten Gentechnikfreiheit, strenge Kontrollen, kein Soja aus Übersee oder Palmöl in der Fütterung und die EU-weit geringsten Emissionswerte. Daher forderte der Bauernbund alle Detailhändler auf, bei ihren Markenprodukten - ob im Einstiegs- oder im Hochpreissegment - auf die hohe heimische Qualität zu setzen.

Bauern und Molkereien verlieren

Der Anteil der Eigenmarken des Handels steige, während regionale Markenprogramme vom Markt verdrängt würden, monierte Strasser. Mehr als ein Drittel der Butter werde in Österreich bereits unter einer Handelsmarke verkauft. Bei anderen Milchprodukten sei der Anteil und somit die Abhängigkeit der Bauern und Molkereien vom Handel noch grösser. „Der Handel gewinnt, Bauern und Molkereien verlieren. Das darf so nicht weitergehen, wenn wir die heimische Landwirtschaft, mit der man nur allzu gern Werbung macht, auch weiter haben wollen", betonte Strasser.

Die EU-Initiative für mehr Markttransparenz könnte da mehr Licht ins Dunkel bringen, zeigte sich der Verbandspräsident überzeugt. Denn die Art und Weise, wie man Preise entlang der Produktionskette verteile, würde transparenter werden. Transparenz verlangte Strasser auch bei der Kennzeichnung der Produktherkunft. „Wir haben das Recht zu wissen, woher unser Essen kommt“, so der Verbandschef. Daher müsse es möglich sein, österreichische Qualitätsprodukte klar zu kennzeichnen. Ihm sei es wichtig, die bewährte Qualitätsstrategie weiter zu forcieren und in der Wertschöpfungskette den heimischen Lebensmitteln Vorrang zu geben, hob Strasser hervor.

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