5.04.2017 13:01
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sda
Milchmarkt
Bundesrat: Milchpreis wird volatiler
Der Bundesrat will die Milchproduzenten nicht stärker mit staatlichen Mitteln unterstützen. Das hält er in einem Bericht im Auftrag der Wirtschaftskommission des Nationalrats fest. Vielmehr solle die Branche eine gemeinsame Strategie entwickeln, um sich besser zu positionieren.

Mit dem Bericht stelle der Bundesrat den Akteuren des Milchsektors eine Grundlage zu Verfügung, auf welcher die Milchproduzenten eine gemeinsame Strategie erarbeiten können. Dies teilte der Bundesrat am Mittwoch mit.

«Wertvolle Alleinstellungsmerkmale»

Der Bundesrat formuliert drei Handlungsachsen für die Zukunft des Milchlandes Schweiz. Es sind dies erstens «Differenzierung – Mehrwert mit unverwechselbarer Positionierung schaffen», zweitens «Sozialverträgliche Kosteneffizienz» und drittens «Internationale Vernetzung und Marktzugang».

Die Schweizer Milchbranche verfügt gemäss dem Bundesrat im internationalen Vergleich über «wertvolle» Alleinstellungsmerkmale. Dazu gehören beispielsweise das hohe Tierwohl-Niveau, die graslandbasierte Fütterung des Tierwohls oder die mehrheitlich aus handwerkliche Produktion des Käses. Diese Merkmale sollen in der Kommunikation und Vermarktung gezielt eingesetzt werden.

Striktes Kostenmanagement

Im Bericht hält der Bundesrat zudem fest, dass der Preis von Schweizer Milch stark von der Entwicklung des Milchpreises in der EU abhänge. Auch politische Massnahmen in der EU sowie der Wechselkurs wirke sich stark auf den Schweizer Milchpreis aus. Deshalb rechnet die Landesregierung mit einer tendenziell zunehmenden Preisvolatilität. «Dies stellt für die Akteure der Milchbranche eine Herausforderung dar», hält der Bundesrat fest.

«Mit einem strikten Kostenmanagement und guter Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette gelingt es, die Risiken zu minimieren und die sich bietenden Marktchancen erfolgreich zu nutzen», ist sich die Regierung sicher.

Dem Wettbewerb stellen

Die Milchproduzenten müssten sich dem Wettbewerb stellen, damit die Konsumenten eine Wahlfreiheit hätten. Der Staat soll sich auf die Festlegung und Durchsetzung guter Rahmenbedingungen konzentrieren. Die Milchbranche soll durch die Förderung von Forschung und Bildung unterstützt werden. Eine Chance biete die Digitalisierung, so die Bundesregierung.

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