12.04.2014 06:25
Quelle: schweizerbauer.ch - Hanni Schild
Milchmarkt
Busse für Mehrmengen - Die PO Ostschweiz hat massive Geldsorgen
Die Produzentenorganisation (PO) Ostschweiz ist in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt. Sie hat eine offene Forderung von 1,7 Mio. Franken.

Dass der Milchpreis wieder zum Thema werde, sei mit der steigenden Milchmenge und demzufolge auch den anwachsenden Butterlagern die logische Folge, sagte Mathias Eggenberger, Präsident der PO Ostschweiz, an der Jahresversammlung.

Druck auf Milchpreis

Nachdenklich stimme ihn die Tatsache, dass während der Zeit mit knappem Angebot die Milch gesucht war, die Verarbeiter aber einen gerechten Milchpreisanstieg immer mit dem Argument von langfristigen Kontrakten und Lieferverträgen, die eine schnelle Anpassung der Preise unmöglich machten, hinauszögerten. Bei der jetzigen, gestiegenen Milchmenge, werde sofort Druck auf den Milchpreis ausgeübt und von langfristigen Verträgen, die eine Anpassung erst in einigen Monaten zulasse, sei keine Rede mehr. Solches Verhalten diene in keiner Art und Weise einer vertraulichen Partnerschaft zwischen Produzenten und Verarbeitern. Kritisch betrachtet Eggenberger die allgemeine Entwicklung am Milchmarkt.

Er stelle fest, dass bei der grossen Organisationsdichte die Interessen der aktiven Milchproduzenten in Politik und Wirtschaft immer weniger durchdringen. Er erwartet von den Organisationen und Verbänden grundlegende Diskussionen über Ziel und Zweck, es gelte, effizientere Strukturen zu schaffen.

Mehrmengenbusse

Nach dem negativen Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts hat das BLW die Betreibung der Mehrmengenbusse aus der Zeit des vorzeitigen Ausstiegs aus der Milchkontigentierung eingeleitet. Wie Eggenberger mitteilte, wurde mangels vorhandener Mittel vom Betreibungsamt ein Verlustschein in der Grössenordnung von 1,7 Mio. Franken zuhanden des BLW ausgestellt.

Dieser Verlustschein erscheint erstmals in der Jahresrechnung, die dementsprechend mit einem Verlust von 1727693 Franken abschliesst. Mit der Mitteilung, dass ab 2014 auch die Mitgliederbeiträge gepfändet werden, steht beim BLW die Schuld nun im 1. Rang. Dadurch werde die Handlungsfähigkeit des Vereins massiv eingeschränkt, für Vereinstätigkeiten stehen keine Mittel mehr zur Verfügung. Diese und weitere Umstände erfordern laut Eggenberger im Vorstand grundsätzliche Diskussionen, wie in Zukunft weiter gearbeitet werden soll.

Wahlen

An der GV der PO Ostschweiz ist am Dienstag der gesamte Vorstand für eine weitere Amtsperiode gewählt worden. Nach dem Tod von Walter Näf und den Rücktritten von Balz Freitag und Alfred Sutter wurden Heiri Rhyner, Hätzigen GL, Hansjakob Meier, Hundwil AR, und Sepp Neff, Haslen AI, neu in den Vorstand gewählt.

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