19.02.2018 16:34
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Milchmarkt
Butterpreis: Bauern gehen leer aus
Am 1. Oktober 2017 wurde der Richtpreis für industrielle Molkereimilch um 3 Rappen erhöht. In denselben Umfang stiegen auch die Produzentenpreise. Von den höheren Butterpreisen hätten die Bauern aber nicht profitiert, kritisieren die Schweizer Milchproduzenten (SMP).

Der Vorstand der Branchenorganisation Milch (BOM) beschloss auf den 1. Oktober 2017 eine Erhöhung des A-Richtpreises um 3 Rappen auf 68 Rappen je Kilo Milch. Diese Erhöhung wurde von Milchkäufern mehrheitlich an die Produzenten weitergegeben.

Aufgrund der höheren Einstandspreise haben die Detailhändler die Preise für Milchprodukte erhöht. «Am Beispiel der Konsummilch konnte beobachtet werden, dass die 3 Rappen die beim Bauern ankamen, im Laden zu deutlich höheren Preissteigerungen geführt haben. Der Marktbericht des BLW weist im Laden sogar Preissteigerungen von 6 bis 8 Rappen aus», schreiben die SMP am Montag in einem Communiqué.

Um den Produzentenpreis aber näher an den Richtpreis heranzuführen, sollten auch die Fettpreise erhöht werden. Eine solche Anhebung stellte die BOM in Aussicht. «Die von der BO Milch in Aussicht gestellte zusätzliche Erhöhung der Fettpreise ist zwingend umzusetzen und den Produzenten in Form höherer Preise weiterzugeben», forderten der Bauernverband und die SMP im Oktober und November. Begründet wurde diese Forderung mit sehr tiefen Lagerbeständen sowie höheren Milch- und Butterpreise im Ausland.

Wie eine Untersuchung der SMP nun zeigt, sind im Laden die Butterpreise tatsächlich gestiegen. Der Marktbericht des BLW zeigt, dass bei den Konsumentenpreisen Anpassungen von 40 Rp./Kg bei Vorzugsbutter und 60 Rp./Kg bei Kochbutter realisiert wurden. Die SMP eigenen Preisbeobachtungen bei 32 Butterartikel zeigen sogar eine durchschnittliche Preiserhebung von 61 Rp./Kg Butter. «Die Margenverbesserung der nachgelagerten Stufe beträgt hier gut 25 Rp./Kg Butter», heben die SMP hervor.

Der Dachverband der Schweizer Milchproduzenten zeigt sich ob dem Verhalten des Handels enttäuscht: «In einer Zeit, wo Nachhaltigkeit und Fairness immer wichtiger werden, darf es nicht sein, dass Preiserhöhungen bei den Konsumenten nicht an die Produzentenfamilien weiter gegeben werden.» Die SMP vermuten, dass die höheren Butterpreise dazu genutzt wurden, um die Margen zu verbessern - dies zulasten der Schweizer Milchbauern.  

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