26.03.2020 18:04
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Milchmarkt
Corona-Einflüsse am Milchmarkt
Die Schweizer Milchproduzenten (SMP) zeigen sich über die aktuelle Marktlage erfreut. Der Schweizer Milchmarkt präsentiere sich zurzeit – abgesehen von der Bio-Milch – positiv. Die Coronakrise dürfte Spuren hinterlassen. Euphorie sei deshalb fehl am Platz, heben die SMP hervor.

Die Schweizer Milchproduzenten beurteilen die Grundstimmung am Milchmarkt momentan (noch) als positiv. So habe sich der Käse-Export in den ersten Wochen des neuen Jahres erhöht. Zudem sind die Käselager im Moment tief. Das führe dazu, dass mehr Milch in die Käseproduktion geflossen sei. Dies bewerten die SMP als erfreulich. 

Höhere Fettpreise begrüsst

Bei den Butterlagern wurden Tiefstwerte erreicht, im Sommer sind deshalb Importe unabwendbar. Dass aufgrund der tiefen Lagerbestände der Richtpreis für zu Butter verarbeiteten Industrierahm auf den 1. Juli 2020 um 60 Rappen je Kilo Fett erhöht wird, wird von den SMP begrüsst. Eine Erhöhung haben sie seit Wochen gefordert. «Dass auf dem Schweizer Milchmarkt 2020 insgesamt Milchfett fehlen wird, hat sich bereits seit Wochen deutlich abgezeichnet», halten die SMP fest.

Doch der Ausbruch der Corona-Pandemie hat auch am Milchmarkt Auswirkungen. «Die sehr positive Grundstimmung auf dem Milchmarkt wird seit Anfang März 2020 durch indirekte Einflüsse der Corona-Pandemie überlagert», halten die SMP fest. Durch die Krise seien gegenläufige Absatzverschiebungen zu erwarten.

Detailhandel positiv, Export eingetrübt

Seit den Restriktionen durch den Notstand ist die Nachfrage nach Schweizer Milch im Detailhandel stark gestiegen. Konkret wird sehr viel Industriemilch zu UHT- und Past-Milch sowie Frischmilchprodukten verarbeitet. Die erhöhte Nachfrage wird auch auf das Versiegen des Einkaufstourismus zurückgeführt. Das Vertrauen der Konsumenten in die Schweizer Milch ist gemäss SMP hoch. Deshalb müsse die Belieferung des Schweizer Detailhandels Priorität haben. Die Marktlage wird kurzfristig als sehr positiv beurteilt.

Doch die Coronakrise hat auch negative Folgen. Der Absatz in die Gastronomie und in die Hotellerie ist zusammengebrochen. Auch beim Export dürften dunklere Wolken aufziehen. «Mit einer Verzögerung von 1 bis 2 Monaten sehen wir mögliche Risikopositionen beim Milch-Export», halten die SMP fest. 

Die Nachfrage nach Schokolade, Biscuits und damit der Bedarf an Butter, Vollmilchpulver werde sich zeitverzögert zurückbilden. Beim Käseexport wird ein ähnliches Marktverhalten erwartet. Bei den Ausfuhren nach Italien sei bereits ein Rückgang spürbar, schreiben die SMP. Auch am europäischen Milchmarkt erwarten die SMP Verwerfungen. So seien in der EU bereits die Milchpulver- und die Milchpreise, dies bei steigender Produktion, unter Druck.

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