23.10.2016 08:12
Quelle: schweizerbauer.ch - Raphael Bühlmann
Milchmarkt
«Das B-Segment wird in erster Linie profitieren»
Die beiden wichtigsten Akteure im Milchhandel rechnen mit sinkenden Mengen. Die Preisschere zur EU werde kleiner.

Die Zentralschweizer Milchproduzenten (ZMP) gehen davon aus, dass aufgrund der tiefen Milchpreise, aber auch der ungünstigen Witterung wegen und der damit einhergehenden unterdurchschnittlichen Futterqualität, die Milchmengen in der Schweiz und in der EU in den nächsten Monaten unter Vorjahr sein werden. Dass sich dadurch auch die Preise an den internationalen Märkten etwas erholen, würden auch die Schweizer Bauern zu spüren bekommen.

«A-Segment bleibt stabil»

«Davon wird vorerst in erster Linie die Milch im B-Segment profitieren. Die Preise für die Milch im A-Segment werden in den nächsten Monaten stabil bleiben, da der Molkereimilchpreisindex vergangenheitsorientiert ist und damit zeitlich nur stark verzögert reagiert», so die ZMP auf Anfrage. Die ZMP rechnen auch damit, dass die Schere zwischen den Schweizer und den EU-Milchpreisen in den nächsten Monaten kleiner werden wird, da die Schweizer Preise langsamer steigen würden als die EU-Preise. Dafür, dass sich der Markt aber nachhaltig erholt, ist für die ZMP eine starke Nachfrage entscheidend. «Zudem müssen die umfangreichen Magermilchpulverlager in der EU und die Käselager in den USA abgebaut werden. Erst dann wird wieder richtig Zug in den Markt kommen», schreiben die ZMP.

2017 nur kleine Stützung

Zudem warnen die ZMP, dass im nächsten Frühling trotz der tieferen Milchproduktion saisonal C-Milch anfallen wird. «Da Lactofama im Jahr 2017 nicht mehr alimentiert wird, wird mit den restlichen Mitteln nur eine geringe C-Milch-Stützung möglich sein. Dies wird entsprechend Druck auf die Milchpreise in der Schweiz ausüben», so die ZMP.

Auch bei Mooh geht man für die nächsten Monate eher von sinkenden Mengen und steigenden Preisen aus. «Vorsichtig betrachtet, gehen wir davon aus, dass die Milchmenge in den nächsten Monaten auf keinen Fall ansteigen wird gegenüber der gleichen Periode des Vorjahres», schreibt Mooh auf Anfrage.

Preisschere schliesst sich

Bezüglich der segmentspezifischen Entwicklung in der Schweiz hofft man beim Branchenleader Mooh, dass sich die Erholung der internationalen Märkte auch ins A-Segment übertragen wird und rechnet damit, dass sich die Preisschere zum EU-Milchmarkt weiter schliessen wird. «Da die B-Preise auch die europäische Lage widerspiegeln und den geringsten Teil des Preismixes in der Schweiz ausmachen, werden sie mit ihrer Erholung logischerweise die Schere eher schliessen», so Mooh weiter. Etwas unsicher zeigt man sich angesichts der heterogenen Qualitäten und der Mengen des Konservierungsfutters. «Ob dies einen markanten Einfluss haben wird, ist schwierig

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