6.01.2013 11:58
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzmnn/Samuel Krähenbühl
Milchmarkt
Deklassierung führt zu Export
Vor einem Jahr war Biobutter noch Mangelware und wurde sogar importiert. Das ist nun ganz anders. 400 Tonnen Schweizer Biobutter werden zu konventioneller Butter deklassiert. Und die BOM exportiert 400 Tonnen.

400 Tonnen überschüssige Biobutter sollen deklassiert und dann auf dem Weltmarkt entsorgt werden. Das schreibt die Basisorganisation BIG-M in ihrem jüngsten Newsletter.

Butter aus Milch von Frühjahr 2012

Stephan Jaun, Leiter Information bei Bio Suisse, bestätigt, dass der Vorstand der Branchenorganisation Milch (BOM) am 18. Dezember 2012 entschieden habe, 400 Tonnen Schweizer Biobutter zu konventioneller Schweizer Butter zu deklassieren. Es handle sich dabei um Biobutter, die im Frühling 2012 aufgrund saisonaler Übermengen produziert worden sei.

Die Massnahme werde aus der Abgabe von 1 Rp./kg finanziert, die auf Biomilch erhoben wurde. Der BOM-Vorstand habe auch beschlossen, den nächsten nötigen Export von konventioneller Butter im Umfang von 400 Tonnen aus denselben Mitteln zu stützen. Bio Suisse habe weder Einfluss noch Kontrolle darüber, wann ein nächstes Mal welche Butter exportiert werde, betont Jaun. Aufgrund der Milchmarktlage gehe Bio Suisse davon aus, dass die deklassierte Biobutter effektiv nicht exportiert werde. 

Im Sommer 2011 wurden noch Bio-Produzenten gesucht

Dass schon so schnell wieder zu viel Biomilch produziert werden würde, hatte die Bio-Branche nicht erwartet. 2011 lag zu viel konventionelle Butter an Lager, während die Biobutter Mangelware war und sogar importiert wurde. Bio-Suisse-Sprecher Jaun selbst schrieb am 23. Juli 2011 im «Schweizer Bauer», dass Verarbeiter und Biomilch-Handelsorganisationen aktiv auf der Suche nach zusätzlichen Biomilchmengen seien: «Für Bio Suisse ist es nicht nachvollziehbar, weshalb Biomilchproduzenten einen Butterlagerabbau mitfinanzieren sollen, wenn die wertschöpfungsorientierte Nachfrage nach Biomilch nicht befriedigt werden kann.»

Als die BOM-Delegierten am 3. Mai 2011 die Abgabe von 1Rp./kg linear und 4 Rp./kg zugunsten des Marktentlastungsfonds beschlossen, beantragte die Biomilchpool GmbH, Biomilch davon auszunehmen. Die Biomilchpool GmbH klagte mit drei anderen Organisationen gegen den Beschluss. In einem Vergleich akzeptierten die Kläger die Abgabe von 1 Rp./kg, setzten aber durch, dass das Geld nur für Biomilch eingesetzt wird und Bio Suisse bei der Verwendung mitreden kann.

Bio Suisse empfiehlt wechselwilligen Milchproduzenten Weidemast
 
Die Vorzeichen haben gründlich gedreht. In der Kalenderwoche 50 des Jahres 2012 lagerten noch 583 Tonnen Biobutter in den Kühllagern, konventionelle aber keine mehr. Heute empfiehlt Bio Suisse, umsteigeinteressierten Milchproduzenten die Produktion von Weidemast oder Mutterkuhhaltung zu prüfen.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE