5.02.2019 08:40
Quelle: schweizerbauer.ch - aiz
EU
Dezember: EU-Milchpreise rückläufig
Nachdem der Anstieg der Produzentenmilchpreise im November 2018 in der EU gestoppt worden war, kam es im Dezember zu einem leichten Rückgang. Führende europäische Molkereien zahlten ihren Lieferanten im Mittel 39,12 Rappen netto/kg Rohmilch.

Das bedeutet gegenüber dem Vormonat ein Minus von 0,41 Rappen, gleichzeitig wurde das Vorjahresniveau um 3,27 Rappen oder 8% unterschritten. Dies geht aus der jüngsten Preiserhebung des niederländischen Landwirteverbandes LTO hervor. 

Durchschnitt von 17 Verarbeitern

Zum Vergleich: In Österreich konnten die Produzentenmilchpreise im Dezember noch leicht zulegen, im Schnitt stiegen sie gegenüber November um 0,44 Rappen auf 43,7 Rappen/kg netto (bei 4,2% Fett und 3,4% Eiweiss).

Der LTO-Durchschnittswert wird monatlich auf Basis der Auszahlungsleistungen von 17 marktführenden Milchverarbeitern in Nord- wie auch Mitteleuropa für Standardmilch mit 4,2% Fett und 3,4% Eiweiss errechnet. Der Durchschnittspreis beruhte bis Juni 2018 auf einer jährlichen Anlieferung von 500'000 kg, ab Juli wurde diese Kalkulationsbasis auf 1 Mio. kg umgestellt. 

Im Januar geringer Rückgang erwartet 

Elf der im LTO-Vergleich erfassten Molkereien haben im Dezember 2018 ihre Produzentenpreise unverändert gelassen, die restlichen sechs Verarbeiter haben beim Milchgeld Kürzungen von durchschnittlich 1,14 Rappen je kg vorgenommen. 

Für Januar 2019 zeichnet sich laut LTO in Summe eine weitere leichte Verringerung ab. So haben der britische Verarbeiter Dairy Crest (-1,3 Rappen), der dänische Milchriese Arla (-1,7 Rappen), aber auch die niederländischen Molkereien FrieslandCampina (-1,3 Rappen) und Royal A-ware (-0,57 Rappen) für Januar bereits Absenkungen gemeldet. Für den Monat Februar hat FrieslandCampina eine minimale Erhöhung um 0,22 Rappen angekündigt. 

Die französischen Milchverarbeiter Savencia und Lactalis haben laut LTO ihre Auszahlung bereits für das erste Quartal 2019 fixiert. Savencia wird im Januar (+1,25 Rappen) und Februar (+0,9 Rappen) den Erzeugerpreis anheben und ihn im März unverändert lassen. Lactalis will den Milchpreis nach einer Absenkung im Januar  (-0,79 Rappen) im Februar und März stabil halten. 

Anlieferungstendenzen sehr unterschiedlich 

Die weitere Entwicklung der Produzentenmilchpreise in den kommenden Monaten wird vor allem vom internationalen Milchangebot und der Nachfrage abhängen. Dabei lässt sich aber kein einheitlicher Trend erkennen: In der EU stagniert seit August 2018 die Milchanlieferung - insbesondere aufgrund der anhaltenden Dürre in weiten Teilen Europas.

Im November wurde die Vorjahreslinie bereits leicht unterschritten. In Summe lag die Rohmilchmenge aber von Januar bis November 2018 noch um 1% über dem Vorjahresniveau. Auch innerhalb der EU werden unterschiedliche Liefertendenzen beobachtet. 

Neuseeland liefert mehr

Die neuseeländischen Farmer haben ihre Anlieferung in der neuen Milchsaison 2018/19 spürbar gesteigert, von Juni bis November lag die Menge um 4,4% über dem Vorjahresniveau. Dem gegenüber meldete Australien aufgrund der ungünstigen Witterung von Juli bis November ein Minus von 4,8% gegenüber dem Vergleichszeitraum 2017.

In den USA hat sich der Zuwachs in der Produktion jetzt etwas eingependelt, von Januar bis November 2018 wurde das Vorjahresniveau aber noch um 1% übertroffen. In den südamerikanischen Ländern Argentinien und Uruguay wurde im November 2018 eine leicht rückläufige Anlieferung verzeichnet. 

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