3.05.2019 18:35
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sal
Milchmarkt
«Ein historischer Entscheid»
Die Branchenorganisation Milch (BOM) hat sich auf einen neuen Standard für nachhaltige Milch geeinigt. Hanspeter Kern, Präsident der Schweizer Milchproduzenten SMP, zeigt sich mit dem mit dem Entscheid gegenüber schweizerbauer.ch sehr zufrieden.

Ab dem 1. September 2019 gibt es damit 3 Rp./kg Nachhaltigkeitszuschlag auf der Molkereimilch im A-Segment. Dazu zählt per Definition die nicht verkäste Milch Inland im A-Segment (weisse Linie, Milch für Konsummilch, Butter, Rahm, Joghurt etc.) und die verkäste Silomilch im A-Segment (Frischkäse, Raclette, St. Pauli, Edamer und andere Weichkäse, Halbhartkäse und Hartkäse). 

Gute Möglichkeiten am Markt


Hanspeter Kern, Präsident der Schweizer Milchproduzenten, zeigt sich sehr erfreut, dass die Delegierten der Branchenorganisation Milch (BOM) dem Branchenstandard «Nachhaltige Milch». «Die SMP hat den ‘grünen Teppich’ an vorderster Front unterstützt, gestaltet und mitgetragen», sagt Kern. Die 43 BOM-Delegierten der Produzenten haben gemäss Kern das Projekt geschlossen unterstützt. «Bei den Abstimmungen haben wir ohne ‘Wenn und Aber’ zu verstehen gegeben, dass der ‘grüne Teppich’ einen Preis hat», so der SMP-Präsident.

«Der Entscheid ist wicht und gar historisch», sagt Kern zu schweizerbauer.ch. Die Branchenorganisation Milch habe einmal mehr gezeigt, dass sie sich für die Branche einsetze. «Der grüne Teppich ermöglich uns gute Möglichkeiten am Markt und bei der Vermarktung», fährt er fort. «Den Milchbauern gibt der Entscheid einen bessern Ertrag auf jener Milch, die er unter dem neuen Standard abliefern wird», macht er deutlich.

"Alle sind Gewinner"

Der neue Standard sei nicht nur für die Produzenten, sondern für die gesamte Branche eine gute Sache. «Am heutigen Tag gibt es nur Gewinner», betont Kern. Auch die Käser seien Gewinner, sagt er auf Nachfrage. Alle müssen ihren Teil dazu beitragen. Die Milchproduzenten hätten ihren Teil bereits früher dazu beigetragen, die Käser würden ihren nun jetzt leisten. Von der Nachhaltigkeit profitiere auch die Schweizer Käsereiwirtschaft.

Die Fromarte-Mitglieder lehnten im Vorfelder der BOM-Sitzung den Nachhaltigkeitszuschlag von 3 Rappen ab, weil Preiserhöhungen für Käse sowohl im Inland wie auch im Export zur Zeit nicht umsetzbar seien. 

Der Käserverband Fromarte hatte an der Delegiertenversammlung der BOMbeantragt, nur auf der zu Frischkäse (Mozzarella) verarbeiteten Silomilch die 3 Rp./kg Zuschlag auszurichten, die andere verkäste Silomilch wollte er ausnehmen. Bei letzterem ging es um rund 200 Millionen Kilogramm Milch. Fromarte verwies auf die Marktrealitäten und dass es in der Käsebranche Usus sei, dass Preisentscheide in den Sortenorganisationen und zwischen den Marktpartnern getroffen werden. Diesen Antrag lehnten die BOM-Delegierten mit 68 zu 11 Stimmen ab.

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