21.12.2016 13:52
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzmann
BIG-M
Eine Legende war zu Gast
Romuald Schaber, der Präsident des European Milk Board, trat am Dienstagabend an der BIG-M-Jahresversammlung in Cham ZG auf.

Mit seinem Buch «Blutmilch. Wie die Bauern ums Überleben kämpfen» hat er viele Tausend Leser aufgerüttelt. Bei den von ihm angestossenen Milchstreiks schlossen sich viele Tausend Milchproduzenten an. Und im Juli 2016 erreichte das von ihm präsidierte European Milk Board, dass die EU ein Programm auf die Beine stellte, bei dem die Bauern eine Prämie erhielten, wenn sie die Milchmenge reduzierten. Leider habe es dafür eine existenzielle Krise gebraucht, bedauert Schaber.

«Wenn man Fachleute arbeiten lässt, kommt nix raus»

Am Dienstagabend war Schaber in der Schweiz zu Gast. Er hielt an der Jahresversammlung der BIG-M am Schluechthof in Cham ZG ein Referat. Er sagte unter anderem: «Schauen wir mal, wie die Kommission das Mengenreduktionsprogramm auswertet. Es gab aber eine sogenannte Task Force auf europäischer Ebene. Da hocken hauptsächlich Verarbeiter drin. Und was die wieder für Vorschläge gemacht haben – die kannst gleich in die Mülltonne schmeissen. Das ist alles Quatsch, was nichts bringt, Worthülsen, die keine Veränderung herbeiführen. Es ist wirklich traurig: Wenn man die Fachleute arbeiten lässt, kommt nix raus. Traurig.»

«Bauer kriegt nur, was übrig bleibt»

Und Schaber fuhr fort: «Man kann doch nicht die Milchindustrie beauftragen, ein besseres Funktionieren der Wertschöpfungskette zu arrangieren. Die haben daran doch gar kein Interesse. Für die ist es eine bequeme Situation: Nur was übrig bleibt, wenn die eigene Tasche voll ist, kriegt der Bauer. Es ist überall das Gleiche.» Lesen Sie mehr über Schabers Aussagen am Samstag im «Schweizer Bauer».

Wer zu seinen eigenen Kühen schaut

Im Video-Interview mit dem «Schweizer Bauer» verrät Schaber, was er vom Schweizer Milchmarkt gelernt hat und wer zu seinen 50 Brown-Suisse-Kühen im Allgäu (D) schaut, wenn er wieder mal unterwegs ist,  um sich für die Sache der Milchbauern zu engagieren.

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