27.04.2013 19:03
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
SMP-Präsidium (1/2)
«Einkommen ist ungenügend»
Fritz Glauser, Präsident des Freiburger Bauernverbandes und der Schweizer Getreideproduzenten (SGPV), will Präsident der Schweizer Milchproduzenten (SMP) werden. Im Interview sagt er, was seine Beweggründe sind.

«Schweizer Bauer»: Warum wollen Sie SMP-Präsident werden?
Fritz Glauser: Den Milchproduzenten, und hier in erster Linie den Industriemilchproduzenten und deren Familien, geht es vor allem aufgrund eines ungenügenden Einkommens nicht gut. Mein Bestreben war und ist es, mich für unsere Bauernfamilien nach bestem Wissen und Gewissen einzusetzen, und mit meiner Erfahrung hoffe ich, als SMP-Präsident meinen Teil zur Problemlösung beitragen zu können.

Der abtretende SMP-Präsident Peter Gfeller kritisiert, dass zu viele Vorstandsmitglieder zu viele Hüte anhaben. Was sagen Sie dazu?
Ob es zu viele mit mehreren Hüten sind, kann ich nicht beurteilen. Hingegen stelle ich fest, dass die SMP-Mitglieder nicht geschlossen auftreten. Die verschiedenen Standpunkte divergieren meiner Meinung nach zu fest.

Die Schweizer Milchbranche kommt seit dem Ausstieg aus der Milchkontingentierung nicht zur Ruhe. An was liegt das?
Es fehlt meiner Ansicht nach an einer gemeinsamen Vision; zum einen zwischen den Produzenten selber, aber zum anderen auch mit den Vermarktern und Verarbeitern.

Die einen finden, die SMP sollen nur ein reiner Dienstleister sein. Die andern fordern eine gewerkschaftliche Standesvertretung. Was wollen Sie?
Die Grundaufgabe der SMP ist, sich für ein genügendes Einkommen ihrer Milchproduzenten einzusetzen. Sicherlich sind die Leistungen im Bereich Basismarketing, Politik, Grundlagenarbeit und Dienstleistungen zugunsten der Milchproduzenten uneingeschränkt weiter zu führen. In Marktfragen hat die Politik ganz klar die Verantwortung auf die Branchenorganisation Milch (BOM) gesetzt. Ein wichtiger Punkt ist darum eine konstruktive Zusammenarbeit der SMP mit der BOM. Als ehemaliger Präsident einer Branchenorganisation kenne ich den Grundsatz einer solchen Organisation. Es geht darum, sich für ein wirtschaftliches Auskommen aller Branchenpartner einzusetzen.

Die Thurgauer Milchproduzenten fordern, dass zuerst die Strategie der SMP geklärt sein muss, bevor ein neuer Präsident gewählt wird...
Wo die Thurgauer Milchproduzenten im Grundsatz recht haben, ist, dass der SMP viele Fragen beantworten muss, darunter sicher auch die der SMP-Strategie. Sie werden verstehen, dass ich als Kandidat für das Präsidium diese Arbeit gerne mitgestalten würde. In dem Sinn meine Antwort: Die Frage, der Strategie Festlegung – ja, aber mit dem neuen Präsidenten.

Sie sind jetzt schon SGPV-Präsident, Präsident der Freiburger Bauern, Vizepräsident des Schweizerischen Bauernverbandes. Wollen Sie alle diese Ämter behalten?
Nein. Es liegt auf der Hand, dass ich im Falle einer Wahl als SMP-Präsident auf das Präsidium beim Schweizerischen Getreideproduzentenverband (SGPV) verzichten werde.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE