4.01.2018 09:10
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzmann
Milchmarkt
Erfolg mit «Lanz»-Milch
Nicole Hälg Guggisberg und Urs Guggisberg aus Derendingen SO waren heuer die Gastgeber der traditionellen Jahresmedienkonferenz des Schweizer Bauernverbands. Sie verkaufen ihre Molkereimilch der Molkerei Lanz in Obergerlafingen SO. Diese zahlt deutlich mehr als andere Molkereien.

62,7 Rp./kg inklusive aller Zulagen und Abzüge habe er in den letzten zwölf Monaten (Dez.16-Nov. 17) als Milchpreis gehabt, erklärte Urs Guggisberg vor den Medien. Das sei 7,7 Rp./kg mehr als der durchschnittliche Preis für Molkereimilch in der Schweiz. «Auf unsere Menge Milch von 360'000 kg macht dies einen um 27'700 Fr. höheren Milchgeldertrag pro Jahr».

Bei 55 Rp. keine Kapitalbildung

Verantwortlich dafür ist die Molkerei Lanz in Obergerlafingen SO. Sie ist seit Mitte der 1990er Jahre die Milchkäuferin der Familie Guggisberg. «Andreas Lanz und seine Familie ermöglichen uns Sicherheit für grössere Investitionen, z. B. in den Stallneubau im Jahr 2009 sowie auch in den Wohnungsumbau.

«Bei 55 Rp. Milchpreis ist es nicht mehr möglich, Kapital zu bilden und an Investitionen zu denken», sagte Guggisberg. Er danke der Familie Lanz ganz herzlich für die jahrzehntelange vertrauensvolle Zusammenarbeit. Speziell sei, dass er als Milchlieferant keiner Mengenbeschränkung unterliege.

So sind Investitionen möglich

Dann zeigte er den Medienvertretern den Boxenlaufstall für 50 Kühe und betonte: «Die Gummimatten sind wichtig fürs Tierwohl. Das ist viel besser als Beton, diese kostete uns aber 20'000 Franken.» Oder die zwei grossen Lüfter: Auch diese hätten 10'000 Franken gekostet. Auch die Tierdusche führe dazu, dass sich die Tiere an heissen Sommertagen wohler fühlten.

Die 38 Milchkühe der Rassen Holstein und Red Holstein sind für die beiden Tierwohlprogramme BTS und RAUS angemeldet. Zusätzliches Tierwohl verursache Mehrkosten, auch wenn es die Tiere mit Langlebigkeit und hohen Leistungen ein Stück weit zurückzahlten. Mit etwas Stolz verwies Guggisberg auf die durchschnittliche Nutzungsdauer von 5 Laktationen und zwei Kühe mit aktuellen Lebensleistungen von 110'000 kg bzw. 90'000 kg im Stall.

Sie ist Tierärztin 


Er kaufe keine Tiere zu, alle Kühe seien aus eigener Zucht. Für 6 bis 8 Aufzuchttiere pro Jahr haben Guggisbergs einen Aufzuchtvertrag mit dem Nachbar. Die anderen Kälber werden als Tränkekälber mit 75 kg verkauft (gemäss UFA-Gesundheitsprogramm Colorispotop). Es ist das Betriebsleiterehepaar Nicole Hälg Guggisberg und Urs Guggisberg, die beide selbst im 2x5-Fischgeräte von Westfalia/GEA melken. Dafür bräuchten sie jeweils rund 50 Minuten. Während zweimal 1 Woche Ferien im Jahr übernimmt eine Aushilfe.

Wichtig für den Betrieb sei der Beruf seiner Ehefrau, erklärte Urs Guggisberg. Diese ist Tierärztin. Weil die beiden zwei Söhne im Alter von 6 und 2 Jahren haben, arbeitet sie aber «nur» einzelne Tage als Tierärztin auswärts. Weitere Arbeitskräfte beschäftigen sie auf dem Hof nicht. Neben der Milch sind der Ackerbau und die Photovoltaik-Anlage weitere Betriebszweige. Im Ackerbau werden 2,3 ha Wintergerste, 2,3 ha Winterweizen (Brotgetreide), 2,3 ha Zuckerrüben und 4 ha Silomais angebaut. Dazu kommen 12,6 ha Grünland, sodass sich die Summe von 23,5 ha landwirtschaftliche Nutzfläche in der Talzone bildet.

Molkerei Lanz

Die Molkerei Lanz verarbeitet an ihrem Standort in Obergerlafingen SO jährlich rund 7 Mio kg Milch. Davon kauft sie rund 5,5 Mio. kg Milch bei ihren 22 Direktlieferanten ein. Den Rest bezieht sie von der Milchhandelsorganisation Mooh, davon sind rund 600'000 kg Biomilch. Für diese Milch zahlt die Molkerei Lanz den Richtpreis der Branchenorganisation Milch. Die Molkerei Lanz wird in zweiter Generation von Andreas und Margrit Lanz geführt (die auch die Alleineigentümer sind), die dritte Generation ist mit Gregor und Olivia Lanz bereits im Betrieb tätig. Sie besteht seit 1941 und beschäftigt heute 64 Personen. Ihre Spezialität sind Joghurts, aber auch viele anderen besondere Produkte wie Süssmostcreme, Brönnti Creme, Lassi-Produkte nach indischem Vorbild, Birchermüesli etc. Wichtige Absatzkanäle sind die Migros Aare (v.a. Label «Aus der Region-für die Region» und «Daily»), Spitäler/Heime und Delikatessenläden wie Loeb Lebensmittel in Bern. Andreas Lanz sagt: «Uns ist es wichtig, dass auch die Milchproduzenten ihren Anteil haben, wenn die Konsumenten unsere Produkte auch zu höheren Preisen kaufen». sal 

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