15.02.2017 13:04
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Milchmarkt
Erneut 800 Milchbauern weniger
Im vergangenen Jahr haben 800 Betriebe die Milchproduktion aufgegeben. Noch knapp 21'000 Bauern waren in der Milchproduktion tätig. Ebenfalls rückläufig war 2016 die Milchproduktion.

Die tiefen Produzentenpreise haben sich im vergangenen Jahr auf die Anzahl Milchbauern und die Milchmengen ausgewirkt. Beide Kennzahlen waren rückläufig. Dies geht aus einer Mitteilung der TSM Treuhand von Mittwoch hervor.

Mehr Betrieb mit mehr als 300'000 Kilo

Im vergangenen Jahr sind 778 Betriebe aus der Milchproduktion ausgestiegen. Das entspricht einem Rückgang von 3,6 Prozent oder 778 Milchviehbetrieben. Damit gab es Ende 2016 in der Schweiz noch 20'987 Milchproduzenten. Noch im Jahr 2010 zählte die Schweiz 26'000 Milchbauern. 2015 haben 832 Betriebe die Produktion aufgegeben.

Weiter abnehmend ist ebenfalls die Anzahl Betriebe, die weniger als 300'000 Kilo Milch pro Jahr produzieren. Das Minus beläuft sich auf 823 Produzenten. Dafür werden die Betriebe immer wie grösser. Die Anzahl Betriebe mit einer Jahresproduktion von über 300'000 Kilo hat um 45 zugenommen. 51 Milchproduzenten haben 2016 über eine Million Kilo Milch abgeliefert.

Milchproduktion sinkt um 1,5 Prozent

Die grösseren Betriebe liefern fast gleich viel Milch ab, wie die knapp 3‘000 Betriebe mit einer Jahresproduktion von weniger als 50‘000 kg Milch. Gestiegen ist auch die durchschnittliche Produktion je Betrieb. Der Wert betrug 2016 158'045 kg, das sind 3'340 Kilo mehr als 2015.

Rückläufig hat sich im vergangenen Jahr auch die Milchproduktion entwickelt. Diese bildete sich um 1,5 Prozent auf insgesamt 3'433'975 Tonnen zurück. Gemäss TSM ist der zweite Rückgang in Folge. Die Produktion liegt somit ungefähr auf dem Niveau von 2010.

Weniger Käse – mehr Milchpulver

Der grösste Rückgang bei der Milchverarbeitung ist mit -3 Prozent bei der Käseproduktion festzustellen. Ebenfalls abgenommen hat die Milchverwertung zu Quark (-1.3%), zu Konsummilch (-0.9%), zu Konsumrahm (-2.3%), zu Jogurt (-1.8%), zu übrigen Frischmilchprodukten (-1.5%) sowie zu Butter (-1.9%).

Zugenommen hat hingegen die Verarbeitung zu Dauermilchwaren, darunter fallen verschiedene Milchpulver sowie diverse Halb- und Fertigfabrikate. Die Zunahme lag 2016 bei 4.4 Prozent. Leicht zugenommen hat auch die Position „andere Verwertung“ (+0.2%). In dieser Kategorie sind hauptsächlich Milchproteinkonzentrate enthalten.

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