2.08.2017 18:15
Quelle: schweizerbauer.ch - Raphael Bühlmann
Milchmarkt
EU: Aussichten für Milchexporte gut
Langfristig steigt der Konsum von Milchprodukten. Damit einher geht die Bedeutung von Europas Milchbauern in der Welt.

Die Experten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sowie der Land- und Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) veröffentlichen jeweils Prognosen mit den wichtigsten Entwicklungen auf den internationalen Agrarmärkten. Im Anfang Juli veröffentlichten «Agricultural Outlook» prophezeien sie dabei durchaus Positives bis ins Jahr 2026. Insbesondere die Nachfrage nach Milchprodukten soll stark zunehmen.

Lager werden abgebaut

Davon soll wiederum die europäische Milchbranche profitieren können. So sollen die 28 EU-Mitgliedstaaten bis in 10 Jahren 28 Prozent sämtlicher Milch auf dem Planten produzieren. Heute sind es 24 Prozent. Gleichzeitig dürften die Anteile der wichtigsten Wettbewerber – das sind Neuseeland, die USA und Australien – nach der Prognose der beiden Organisationen jeweils geringfügig zurückgehen.

Der steigende Gesamtanstieg sei vordergründig der erfreulichen internationalen Nachfrage nach Butter zuzuschreiben. Aber auch die Preise für Magermilchpulver oder Käse sollen im laufenden Jahr wieder anziehen. «Bis im Jahr 2026 steigt der Weltmarktpreis für Käse um 38 Prozent», so ein vielversprechendes Fazit von OECD und FAO.

Butter wieder beliebter 

In den nächsten zwei Jahren sollen zudem die rund 350'000 Tonnen Magermilchpulver, welche noch aus der EU-Intervention eingelagert wurden, vollständig abgebaut werden. Ferner werde der weltweite Konsum an Milchprodukten weiter steigen, insbesondere in bevölkerungsreichen Entwicklungs- und Schwellenländern. Dies sei mit den gestiegenen Einkommen in diesen Regionen zu erklären.

Aber auch bei der Bevölkerung in Industrieländern werde Butter wieder beliebter. Dieser Trend könne unter anderem darauf zurückgeführt werden, dass Konsumenten Milchfett wieder als gesünder einstufen würden. Konkret rechnen OECD und FAO, dass der Milchkonsum pro Kopf in den Industrieländern von 20,2 kg Milchfeststoffe in den nächsten 10 Jahren auf 21,4 kg ansteigen wird. In den Entwicklungsländern soll der Konsum von aktuell 10,9 kg auf 13,2 kg ansteigen. Der grösste Nachfrager am Weltmarkt dabei bleibt China. Die Experten betonen, dass sich daraus aber Unsicherheiten ergäben. So könnten geringfügige Angebots- und Nachfrageschwankungen in dem asiatischen Land beachtliche Auswirkungen haben.

Weltweit 22% mehr Milch

Mit steigendem Verzehr werde auch die Gesamt-Milchproduktion angekurbelt. Bis 2026 soll diese um 22 Prozent steigen, vor allem in Entwicklungsländern. Namentlich Indien und Pakistan wollen die Produktion soweit ausdehnen, dass sie in zehn Jahren fast einen Drittel der weltweiten Produktion vereinen. Heute ist es knapp ein Viertel.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE