12.02.2014 09:00
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
EU
EU-Milchbauern drängen auf Produktionserleichterungen
Insgesamt 19 landwirtschaftliche Organisationen aus elf europäischen Ländern haben ihre Forderung bekräftigt, den EU-Milchproduzenten angesichts der guten Weltmarktlage die Möglichkeit zu geben, ihre Produktion auszuweiten.

Unter der Federführung des Deutschen Bauernverbands (DBV) appellierten die Branchenvertreter vergangene Woche einmal mehr an EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos, eine sanfte Landung aus der Milchquote sicherzustellen. Anlass ist die zu erwartende Superabgabe für das aktuelle Wirtschaftsjahr in Deutschland und weiteren wichtigen Milcherzeugerländern.

„Die Superabgabe bestraft letztendlich die Bauern für ihr marktkonformes Verhalten, denn Milch und Milchprodukte werden auf den internationalen Märkten nachgefragt wie selten zuvor“, erklärte DBV-Präsident Joachim Rukwied in Berlin. Die Organisationen - neben dem DBV der Deutsche Raiffeisenverband (DRV), die Landwirtschaftskammer Österreich (lk), die Bauernverbände der Niederlande (LTO), Irlands (IFA) und Grossbritanniens (NFU), der dänische Dachverband der Agrar- und Ernährungswirtschaft (DAFC) sowie weitere Vertreter aus Schweden, Polen, Lettland, Estland und Belgien - sprechen sich für eine Verringerung der Superabgabe aus, die der Einfachheit halber über eine Anpassung der Fettkorrekturwerte erfolgen sollte.

Alternativ können sich die Verbände eine letztmalige Erhöhung der Milchquote um 1 Prozent auch im Wirtschaftsjahr 2014/15 vorstellen. Für diese letzte Saison vor dem Auslaufen der Garantiemengenregelung ist erstmals seit fünf Jahren keine automatische Anpassung der Quote vorgesehen. Die Abführung einer Superabgabe an ein System, das ohnehin bald auslaufe, belaste zukunftsorientierte Landwirte zusätzlich, heisst es in dem Brief an Ciolos.

Als Handelsblock nehme die EU die Möglichkeiten des Weltmarkts nicht in vollem Umfang wahr - zu einer Zeit, da die Nachfrage vor allem in aufstrebenden Drittländern steige. Ciolos hat Massnahmen zur zusätzlichen Erhöhung der Milchmenge bislang abgelehnt. Voraussichtlich werden die EU-Agrarminister das Thema beim nächsten Rat am 17. Februar aufgreifen.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE