9.05.2017 09:27
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Europäischer Milchmarkt
EU: Milchmarkt unter Druck
In den vergangenen Monaten haben sich die Produzentenpreise für Milch in der Europäischen Union erhöht. Im März haben die Zeiten steigender Preise ein Ende genommen. Es drohen gar sinkende Notierungen.

In der ersten Jahreshälfte 2016 sind die Preise für Milch in den Keller gesunken. Mit den Erlösen konnten die Bauern ihre Kosten bei weitem nicht decken. Teilweise erhielten die Bauern für ein Kilo Milch nicht einmal 20 Cent.

Wieder auf Niveau von Januar

In der zweiten Jahreshälfte haben sich die Preise leicht erholt. Für Entspannung haben die höheren Notierungen nicht gesorgt. Und nun könnte die Phase steigender Preise bereits wieder zu Ende sein, wie «Agrarzeitung Online» schreibt. Der aktuelle Milchpreisvergleich des niederländischen Bauernverbandes LTO zeigt, dass die Lage auf dem Milchmarkt schwieriger wird.

So ist der durchschnittliche Auszahlungspreis der 15 grössten europäischen Molkereien im März gegenüber dem Vormonat um 0,2 Cent auf 33.23 Cent/kg (36 Rp./kg) gesunken. Damit wurde wieder das Niveau von Januar 2017 erreicht. Lediglich FrieslandCampina (plus 0,97 auf 35,02 ct/kg) und Arla (plus 0,49 auf 35,32 ct/kg) haben die Preise für ihre Produzenten erhöht. Die Mehrzahl der Molkereien zahlte unveränderte Preise.

Kieler Rohstoffwert unter 30 Cent

Deutlich weniger bezahlt hat für die Milch die irische Glanbia. Der Milchpreis wurde gegenüber Februar um 2.23 Cent/kg auf 30.88 Cent (33.40 Rp.) gesenkt. Die Iren waren im LTO-Ranking die Molkerei mit dem niedrigsten Milchpreis. Für die kommenden Monate sind die Aussichten nicht besser. Für April und Mai kündigten die Molkereien unveränderte respektive sinkende Auszahlungspreise an.

Steigende Preise sind kurzfristig nicht in Sicht. So hat im April der Kieler Rohstoffwert Milch leicht nachgegeben. Er lag bei 29.8 Cent/kg Milch (32.3 Rp./kg), ein Prozent weniger als im Vormonat. Der Rohstoffwert ist ein wichtiger Indikator für die Preisentwicklung von Milchprodukten. Der Rückgang ist auf tiefere Notierungen der mittleren Preise für Magermilchpulver zurückzuführen.

USA: 40.2 Rp./kg

Im Vergleich zu den Milchbauern in den USA und in Ozeanien sind die europäischen Produzenten konkurrenzfähig, wie «Agrarzeitung Online» weiter schreibt. In den USA betrug der durchschnittliche Milchpreis im März 37,17 ct/kg (40.2 Rp./kg). Die neuseeländische Molkerei Fonterra zahlte 32,38 ct/kg (35 Rp./kg).

Der LTO-Durchschnittswert wird jeden Monat in Kooperation mit EDF (European Dairy Farmers) auf Basis der Auszahlungsleistungen von 15 grossen Milchverarbeitern in Nord- und Mitteleuropa für Standardmilch mit 4,2% Fett und 3,4% Eiweiss sowie einer jährlichen Anlieferung von 500’000 kg errechnet.

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