11.12.2016 07:04
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Milchpreis
EU-Milchpreise im Aufwind
Die Molkereiunternehmen in der Europäischen Union haben im Oktober 2016 das Milchgeld ordentlich aufgebessert. Nach Angaben der EU-Kommission wurden den Erzeugern für ihren Rohstoff mit natürlichen Inhaltsstoffen im Schnitt 29,81 Cent/kg (32 Rp.kg) gezahlt; das waren rund 2 Cent mehr als im September.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat fehlten allerdings noch rund 0,9 Cent/kg; im November dürfte das Niveau von 2015 aber erstmals in diesem Jahr übertroffen werden. Auch der internationale Milchpreisvergleich des niederländischen Bauernverbandes (LTO) zeigt für Oktober einen merklichen Anstieg der Auszahlungen. Bis auf die zwei französischen Unternehmen Lactalis und Sodial haben alle anderen der insgesamt 15 betrachteten Molkereien das Milchgeld erhöht.

Milchkontor mit stärkstem Plus

Im Schnitt zahlten sie für Standardmilch mit 4,2 % Fett- und 3,4 % Eiweissgehalt 29,13 Cent/kg; das waren 1,78 Cent/kg oder 6,5 % mehr als im September. Am stärksten fiel diesmal das Plus mit 5,0 Cent/kg beim Deutschen Milchkontor (DMK) aus, dessen gezahlter Durchschnittspreis blieb laut LTO mit 27,4 Cent/kg aber weiter unter dem Mittel der anderen Molkereien. Müllermilch erhöhte die Auszahlungsleistung gegenüber September um 3,0 Cent/kg auf 28,60 Cent/kg 30.9 Rp.); bei der belgischen Milcobell ging es um denselben Betrag auf 30,0 Cent/kg nach oben.

Auch die Lieferanten der mit der DMK fusionierten Doc Kaas erhielten einen Aufschlag von 3,0 Cent; mit 25,48 Cent/kg (27.5 Rp.) blieb die Molkerei in den Niederlanden aber Schlusslicht des Rankings. Die auch in Deutschland engagierte Arla vergütete ihren Erzeugern das Kilogramm Rohmilch mit 27,72 Cent (29.9 Rp.). Das waren 2 Cent mehr als im September. Im November und Dezember sollen jeweils 2 Cent hinzukommen. Noch kräftigere Aufschläge hat laut LTO FrieslandCampina angekündigt. Nach einer Steigerung um 2,9 Cent auf 28,4 Cent/kg (30.7 Rp.) im Oktober, soll dessen Milchgeld im November und Dezember um 3,6 Cent sowie 4,4 Cent aufgestockt werden.

Milchprodukte werden teurer

Am Weltmarkt konnten sich die Preise für Milcherzeugnisse zuletzt ebenfalls weiter befestigen. Bei der Auktion an der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) am Dienstag vergangener Woche legte der zusammenfassende Index aller gehandelten Standardprodukte gegenüber der vorherigen Versteigerung von Mitte November um 3,5 % zu; seit dem Tiefpunkt Mitte März ist der Index damit um gut 70 % gestiegen. Weiter auf dem Vormarsch waren bei der jüngsten Handelsrunde die Vollmilchpulverpreise, die im Mittel aller Qualitäten und Kontraktlaufzeiten um 4,9 % auf 3'593 USD/t (3'695 Fr.) zulegten. Das war das höchste Niveau seit Juni 2014. Moderater fiel das Plus mit durchschnittlich 1,4 % auf 2'570 USD/t (2'617 Fr.) bei Magermilchpulver aus.

Hierbei verzeichneten die gehandelten Lieferkontrakte für Januar und Juni 2017 sogar leichte Abschläge, was durch Zugewinne bei den anderen Fälligkeiten aber mehr als ausgeglichen wurde. Die Fettprodukte tendierten ebenfalls fest. Normalbutter erlöste mit 4'262 $/t (4'340 Fr.) bei der jüngsten Auktion 1,7 % mehr als Mitte November; der Preis für Butterreinfett stieg um 2,9% auf 5 500 USD/t (5'600 Fr.). Damit nähern sich die Erlöse für Butter langsam wieder dem historisch hohen GDT-Niveau vom Frühjahr 2014 an.

Für Cheddarkäse zahlten die Käufer zuletzt im Mittel 3'752 $/t (3'820 Fr.) und damit 2,2% mehr als bei der vorangegangenen Auktion. Für Lieferungen im Januar und Februar waren die Kunden bereit, Aufschläge von jeweils rund 8 % zu akzeptieren, während die Fälligkeiten März und April um 3,2% beziehungsweise 2,2% nachgaben. Der „Frühjahrskäse“ wurde demnach um rund 400 $/t (407 Fr.) preiswerter gehandelt als Cheddar mit Liefertermin in den ersten beiden Monaten 2017.

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