7.05.2020 08:05
Quelle: schweizerbauer.ch - aiz
Europäischer Milchmarkt
EU-Milchpreise sinken im März
Die EU-Produzentenpreise sind im März 2020 gesunken. Führende europäische Molkereien zahlten ihren Lieferanten im Mittel 33,26 Cent (35 Rp.) netto/kg Rohmilch. Das entspricht im Vergleich mit dem Vormonat einem Minus von 0,97 Cent (1,02 Rp.), das ist etwas mehr als der übliche saisonale Rückgang.

Gegenüber dem Vorjahresniveau ergab sich noch ein Anstieg um 1%. Dies geht aus der jüngsten Preiserhebung des niederländischen Landwirteverbandes LTO hervor. 

Corona-Einfluss sichtbar 

Der LTO-Durchschnittswert wird bekanntlich monatlich auf Basis der Auszahlungsleistungen von 16 marktführenden Milchverarbeitern in Nord- und Mitteleuropa für Standardmilch mit 4,2% Fett und 3,4% Eiweiss errechnet. Der Durchschnittspreis beruht auf einer jährlichen Anlieferung von 1 Mio. kg. Neu aufgenommen wurde in diesen Preisvergleich die zweitgrößte spanische Molkerei, Capsa Food. Damit soll künftig auch die Preisentwicklung in Südeuropa einbezogen werden. 

Die LTO-Experten betonen, dass ein Rückgang des Produzentenpreises im März nicht ungewöhnlich ist. Bekanntlich steigt die Rohmilch-Anlieferung in Europa um diese Zeit deutlich an und erreicht im Mai ihren saisonalen Höhepunkt. Die zunehmende Anlieferung führt tendenziell zu sinkenden Erzeugerpreisen, diese tendieren unter normalen Rahmenbedingungen ab Juni wieder nach oben. "2020 ist aufgrund der Corona-Krise kein Normaljahr, das zeigt sich bereits im März, wo der Preisrückgang etwas stärker als sonst ausgefallen ist", so die Marktbeobachter der LTO. Auch für die folgenden Monate zeichne sich ein Anhalten dieses Trends ab. 

Im Mai gehen Preise zurück

Die niederländische Molkerei FrieslandCampina hat für April 2020 eine weitere Preisreduktion um 1,25 Cent (1,32 Rp.) je kg und für Mai um 2 Cent (2,1 Rp.) gemeldet. Der dänische Molkereiriese Arla hat im April keine Änderung vorgenommen, reduziert aber im Mai um 1 Cent. Die französischen Molkereiunternehmen Savencia (-1,30 Cent) und Lactalis (-0,50 Cent) haben im April ein Minus verzeichnet. Der deutsche Marktführer DMK hat zumindest im April seine Auszahlung stabil gehalten. 

Die weitere Milchpreisentwicklung hängt nach Ansicht der Experten davon ab, wie sehr und wie lange die Auswirkungen der Corona-Krise direkt und indirekt auf dem Markt spürbar sind und wie das globale Milchangebot an diese Situation angepasst werden kann. 

EU produziert mehr Milch

In der EU lag die Milchanlieferung von Januar bis Februar 2020 um 3,3% über dem Vorjahresniveau (schaltjahrbereinigt +1,5%), allein im Februar wurde ein Plus von 4,9% verzeichnet. In den USA wurde in den ersten zwei Monaten dieses Jahres ein Plus von 3,1% gemeldet. In Australien hat sich die Produktion nach dem starken Einbruch im zweiten Halbjahr 2019 weiter erholt, im Februar 2020 wurde das Vorjahresniveau um 8% übertroffen.

In Neuseeland lag die Anlieferung im Februar exakt auf dem Vorjahresniveau. Schaltjahrbereinigt verzeichnen sowohl die USA als auch Australien sowie grosse Milchexporteure wie Argentinien und Uruguay deutliche Produktionssteigerungen, die das Angebot am Weltmarkt auch unter den aktuell schwierigen Rahmenbedingungen erhöhen. 

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