29.05.2013 06:54
Quelle: schweizerbauer.ch - Interview: Daniel Etter
SMP-Präsidium
«Glauser wäre nicht voreingenommen»
Godi Siegfried, Präsident der PMO Züger/Forster, vermisst im SMP-Vorstand den Reformwillen. Deshalb würde er am liebsten die Präsidentenwahl vertagen. Dies würde etwas Druck auf den Vorstand ausüben.

«Schweizer Bauer»: Die Thurgauer Milchproduzenten (TMP) fordern, die Dachorganisation der Schweizer Milchproduzenten (SMP) zu reformieren, bevor ein neuer Präsident gewählt wird. Entsprechen die Beschlüsse der SMP-Klausurtagung von Ende April der Forderung der TMP?
Godi Siegfried: Wir fordern nicht einen konkreten Richtungswechsel. Wir verlangen nur, dass man die Strategie der SMP überprüft und überdenkt. Basierend darauf könnten dann entsprechende Beschlüsse gefällt werden. Anhand der kommunizierten Beschlüsse der Klausurtagung müssen wir feststellen, dass es dem SMP-Vorstand an Reformwillen fehlt. Er ist nicht willens, die Aufgaben zu überprüfen und allenfalls neu zu regeln.

Was müsste sich bei den SMP genau ändern?
Es muss die Grundlage geschaffen werden, um Streitereien zu verhindern. Klar muss also sein, was die SMP sollen und was sie zu unterlassen haben. Seit der Aufhebung der Kontingentierung meinten die SMP, sie könnten mit Hilfe von Mehrheitsbeschlüssen und der Allgemeinverbindlichkeit die Macht ausüben, welche vorher der Staat innehatte. Das war nicht akzeptabel und wird es auch künftig nicht sein.

Wenn nicht Mehrheitsbeschlüsse, was dann?
Sollen Massnahmen umgesetzt werden, müssen die mit allen Marktteilnehmern erarbeitet werden. Ein Verfügen von Massnahmen mittels Mehrheitsbeschlüssen funktioniert nicht. Nehmen wir das Beispiel der Butterentlastung. Wir waren bereit, einen Rappen beizusteuern, obschon wir die Entlastung nicht gebraucht hätten. Man wollte uns aber mit zusätzlichen vier Rappen bestrafen. Dies liessen wir uns nicht gefallen.

Also ein Diktat einer Minderheit?
Nein. Wenn man Beschlüsse vorgängig erarbeitet und ausdiskutiert, können am Schluss alle zustimmen. Gemeinsam erarbeitete Beschlüsse werden akzeptiert und auch umgesetzt.

Da die Reform also ausblieb, sollte Ihrer Meinung nach morgen kein neuer Präsident gewählt werden?
Damit die SMP reformiert werden können, müsste die Präsidentenwahl aus meiner persönlichen Sicht vertagt werden. Dies würde wohl etwas Druck auf den SMP-Vorstand ausüben.

Wird ein entsprechender Antrag gestellt werden?
Ich denke nicht. Er wäre wohl chancenlos. Deshalb werden sich die TMP auf ihren Antrag konzentrieren.

Auch an der Delegiertenversammlung können noch Kandidaten nominiert werden. Ist mit solchen Nominationen zu rechnen?
Das ist schwierig zu beantworten. Ein guter Kandidat wäre Roland Werner. Mit seiner Wahl würde auch die Strategiefrage sofort geklärt. Leider würde er mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht gewählt.

Müssten Sie sich zwischen den Kandidaten Hanspeter Kern und Fritz Glauser entscheiden, welchen würden Sie wählen?
Ich würde ganz klar Fritz Glauser wählen.

Weshalb?
Glauser brächte frischen Wind in den Vorstand. Schliesslich ist er anders als Kern noch nicht Teil dieses Gremiums. In letzter Zeit wurden die Fehler immer beim Abtretenden Peter Gfeller und seinem Geschäftsführer Albert Rösti gesucht. Es mangelt aber im ganzen Vorstand an Reformwillen. Es kann doch nicht sein, dass eine Person aus einem Vorstand, der dreimal mehr Probleme verursacht als gelöst hat, jetzt plötzlich als Präsident etwas besser machen wird. Glauser wäre diesbezüglich neutral und noch nicht voreingenommen.

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