10.02.2017 09:58
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Milchmarkt
Höherer Milchpreis gefordert
Die Lage der Schweizer Milchbauern ist prekär. In der Schweiz sind die Milchmengen rückläufig und an den internationalen Märkten steigen die Preise. Der Vorstand des Bauernverbandes fordert, dass der effektive Milchpreis auf das Niveau des Richtpreises für A-Milch angehoben wird. Zudem soll eine Arbeitsgruppe reaktiviert werden.

Die Milchbauern leiden unter den tiefen Produzentenpreisen. Diese sind seit Jahren bei Weitem nicht mehr kostendeckend. «Die Verteilung der Wertschöpfung innerhalb der Kette ist einseitig und die Bereitschaft, die Milchpreise aufgrund der Marktentwicklung nach oben anzupassen, kaum vorhanden», moniert der Schweizer Bauernverband am Freitag in einem Communiqué.

Nun hat sich die Situation auf dem Markt verändert. Die Mengen sind rückläufig, es wird nicht mehr zu viel Milch produziert. Zudem steigen die Preise für die Produzenten auf den internationalen Märkten. Für die Schweizer Milchbauern hat dies bis jetzt keine Auswirkungen. «Trotz rückläufiger Milchmenge und verbesserter Lage auf den internationalen Märkten schlägt sich dieser Umstand kaum auf den A-Milchpreis für die Produzenten nieder», schreibt der Verband.

Die Lage für die Milchbauern sei sehr schwierig und verlange von den Produzenten alles ab, heisst es weiter. Die Milchproduktion sei für die Schweizer Landwirtschaft von grösster Bedeutung. Deshalb fordert der Vorstand des Bauernverbandes eine Anhebung des effektiven Marktpreises auf das Niveau des Richtpreises. Der Richtpreis gilt für industriell verarbeitete Molkereimilch des A-Segments und ist die Grundlage für Preisverhandlungen. Er liegt derzeit bei 65 Rappen pro Kilo Milch. Seit April 2016 ist dieser auf diesem Niveau. Damals wurde der Richtpreis um 3 Rappen gesenkt.

Der Bauernverband will seinen Einfluss im Milchsektor in den kommenden Jahren verstärken. «Eine spürbare Entlastung ist nicht in der Sicht, ein noch grösseres Engagement ist deshalb angezeigt», betont der Verband. In den kommenden Wochen wird die Branchenorganisation Milch (BOM) über den Richtpreis für das 2. Quartal 2017 befinden. Der Bauernverband setzt mit seiner Forderung eine erste Duftmarke.

Um die Aktivitäten zu verstärken, wird auch die SBV-Arbeitsgruppe Milch wieder aktiviert. Sie soll sich eingehend mit den Rahmenbedingungen für die Milchwirtschaft und dem Milchmarkt befassen. Das beinhaltet das Schaffen einer besseren Markttransparenz, das Definieren von Massnahmen zur Stärkung der Situation der Milchproduzenten sowie die Formulierung von «fundierten Forderungen gegenüber Politik, Branchen- und Marktpartnern.» Die Aktivitäten der Arbeitsgruppe «sollen die Bestrebungen der Schweizer Milchproduzenten (SMP) unterstützen und ergänzen», heisst es weiter.


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