28.08.2015 16:35
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Milchmarkt
"Höherer Milchpreis nötig"
Der Schweizer Bauernverband (SBV) begrüsst den Entscheid der Branchenorganisation Milch (BOM), den Richtpreis unverändert zu belassen. Um den Milchbauern zu helfen, müssten die Verarbeiter die ausbezahlten Preise erhöhen. Gemäss SBV liessen die Rahmenbedingungen zu. Er nennt vier Gründe.

Am Freitag hat die Branchenorganisation Milch (BOM) an ihrer Vorstandssitzung entschieden, den Richtpreis für industriell verarbeitete Milch bei 68 Rappen je Kilo Milch zu belassen. Damit will die BOM ein Zeichen für die Schweizer Milchproduktion setzen.

Der SBV begrüsst den Entscheid und wertet diesen als positives Signal. „Die Milchverarbeiter und der Detailhandel sind sich offenbar der existentiellen Schwierigkeiten auf vielen Milchproduktionsbetrieben bewusst“, heisst es Communiqué des Bauernverbandes von Freitag. "Ein höherer Milchpreis ist nötig", lautet die unmissverständliche Botschaft des SBV.

Die ausbezahlten Preise für Molkereimilch im A-Segment liegen im Durchschnitt bei rund 55 Rp./kg. Das sind 10 Rappen weniger als vor einem Jahr. Für die Milchbauern ist eine kostendeckende Produktion praktisch unmöglich. Der Bauernverband nennt vier Gründe, weshalb eine Preiserhöhung möglich ist:

• Der Franken hat sich seit Aufhebung des Mindestkurses gegenüber dem Euro etwas abgeschwächt. Am Freitagnachmittag lag der Wechselkurs Euro/Franken bei 1,08.
• Das Parlament hat den in der vergangenen Session zusätzliche 25,6 Millionen Franken für das Schoggigesetz gesprochen. Der grösste Teil dieser Mittel kann zur Stützung des Milchpreises eingesetzt werden, betont der SBV.
• Die Milchmenge in der Schweiz ist seit längerem rückläufig.
• Die Zahlen des Bundesamtes für Landwirtschaft zeigen gemäss SBV, dass die Differenz zwischen dem Produzentenpreis und den Konsumentenpreisen für Milch und Milchprodukte in den vergangenen Monaten grösser geworden ist.

Diese Faktoren sprechen gemäss dem Verband für eine Erhöhung der Produzentenpreise.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE