17.08.2018 15:17
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Milchmarkt
Höherer Preis statt Zuschlag
Die Trockenheit setzt der Schweizer Landwirtschaft. Stark betroffen sind auch die Milchproduzenten. Der Schweizer Bauernverband (SBV) fordert nun die Branchenorganisation Milch auf, den Preis zu erhöhen. Vergangene appellierte der SBV noch direkt an den Detailhandel.

Die Trockenheit hat die Schweiz nach wie vor fest im Griff. Viele Schweizer Bauern und ihre Tiere leiden unter den Folgen der Dürre. Dem Vieh fehlt es an Futter, Kulturen wie Mais, Kartoffeln oder Zuckerrüben haben Hitzestress.

Um die Folgen der Dürre zu lindern, wendete sich der der Schweizer Bauernverband (SBV) vergangene Woche nicht nur an den Bund, sondern explizit auch an den Detailhandel und somit an die Konsumenten. Da die Kosten für das Futter steigen und die Milchmenge sinkt, forderte der SBV die Detailhändler auf, für die Industriemilch befristet bis am 30. April 2019 fünf Rappen Solidaritätsbeitrag zu bezahlen, der vollumfänglich den Milchproduzenten zugute kommt. Zudem sollen die Verarbeiter bestehende Abzüge unverzüglich einstellen. Eine Erhöhung des (Richt)preises wäre also aus der Sicht des Verbandes vergangene Woche noch zusätzlich erfolgt.

Der «Schweizer Bauer» hat bei den Detailhändlern nachgefragt. Dort ist ein Solidaritätszuschlag auf wenig Zuspruch gestossen. Einzig die Fenaco-Tochter Volg steht voll hinter der Forderung. «Wir stehen dem Anliegen des Bauernverbands nach einem befristeten Solidaritätsbeitrag für die Milchbauern positiv gegenüber», sagt Volg-Sprecherin Tamara Scheibli zu «Schweizer Bauer».

An einer Vorstandssitzung hat der SBV das Thema Trockenheit diskutiert. Am Freitag hat wurde in einer Medienmitteilung die Kommunikation bezüglich Milchzuschlag verändert. Von einem Solidaritätszuschlag ist keine Rede mehr.  Die Notwendigkeit eines höheren Milchpreises zur Abfederung der Mehrkosten für die Fütterung ist aus der Sicht des Verbandes zwar unbestritten. «Der SBV fordert die Branchenorganisation Milch auf, entsprechende Beschlüsse zu fassen», heisst es nun. 

Hat der Bauerverband den Solidaritätszuschlag aufgegeben? Der SBV erwarte einen höheren Milchpreis. «Wie dieser Aufschlag umgesetzt wird und wie man diesen Mehrpreis benennt, ist für uns nicht entscheidend», sagt Martin Rufer, Leiter Produktion, Märkte und Ökologie beim Bauernverband, gegenüber schweizerbauer.ch Zentral sei, dass viele Milchproduzenten rasch profitieren könnten. «Es liegt nun an der BOM, die beste Lösung zu bestimmen», hält Rufer fest. 

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