24.06.2018 18:25
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
EU
Hogan: EU-Milchmarkt bleibt stabil
EU-Agrarkommissar Phil Hogan rechnet mit einer vorerst weiterhin stabilen Entwicklung des europäischen Milchmarktes. Beim Agrarrat am vergangenen Montag berichtete der Ire jedoch von etwas stärker gesunkenen Milchpreisen in den ersten vier Monaten dieses Jahres als saisonal üblich.

Allerdings lägen die gegenwärtigen Preise mit 32,6 Cent/kg (37.5 Rp.) im EU-Mittel noch auf einem „gesunden“ Niveau. Zudem wachse die Nachfrage auf den Weltmärkten, stellte der Agrarkommissar fest.

Magermilchbestände nicht für Tierfütterung

Die EU-Exporte von Magermilchpulver, Butter und Käse hätten im ersten Quartal dieses Jahres über den bereits hohen Ausfuhrmengen zu Beginn des vergangenen Jahres gelegen. Dabei sorgten die Probleme im Milcherzeugerland Neuseeland für Entlastung auf dem Weltmilchmarkt. Besonders gut sieht es derzeit laut Hogan bei der Butter aus. Umgerechnet auf die Rohmilch würde der aktuelle Butterpreis dem Agrarkommissar zufolge eine Auszahlung von mehr als 37 Cent/kg (42.6 Rp.) erlauben.

Allerdings warnte er zugleich, dass das Risiko eines allgemeinen Überangebotes an Milch auf den Weltmärkten nicht gebannt sei. Probleme mache weiterhin der Magermilchmarkt. Daher sei auch ein vorsichtiger Umgang mit den noch eingelagerten Interventionsbeständen notwendig. Der Forderung von Frankreichs Landwirtschaftsminister Stéphane Travert nach einer Nutzung der Magermilchbestände in der Tierfütterung erteilte der Brüsseler Agrarchef allerdings eine Absage. Dies sei zu teuer. Der bisherige Weg eines sehr „vorsichtigen“ und schrittweisen Verkaufs der Interventionsbestände werde fortgesetzt.

Schweinemarkt: Kritische Lage

Insgesamt kritisch beurteilte der Agrarkommissar die aktuelle Lage auf dem EU-Schlachtschweinemarkt. Nach einer hohen Preiskurve in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres hätten sich die Notierungen 2018 stark nach unten bewegt. Verantwortlich dafür machte Hogan das Überangebot sowie die Probleme mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP).

Eine weitere Ausbreitung des Virus wäre ein „unkalkulierbares Risiko“ gerade im Hinblick auf die immer noch starken Exporte in Drittstaaten, sagte der Ire. Er lobte aber die Mitgliedstaaten für die von ihnen ergriffenen Massnahmen, um der Seuche Einhalt zu gebieten.

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