9.04.2013 08:30
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
SMP-Präsidium
«Ich hätte Aufgabe für Bauern gemacht»
Moritz Erni war von 2003 bis 2012 ZMP-Präsident. Er wurde gar zum ZMP-Ehrenpräsidenten ernannt. Doch für das SMP-Präsidium wollte ihn der ZMP-Regionalausschuss an seiner Sitzung von vergangenem Mittwoch nicht nominieren.

Schweizer Bauer»: Sie haben sich offenbar dem Regionalausschuss der Zentralschweizer Milchproduzenten (ZMP) als Kandidat für das Präsidium der Schweizer Milchproduzenten (SMP) zur Verfügung gestellt. Ist das richtig?
Moritz Erni: Ja, es stimmt. Ich hätte mich als Kandidat für das SMP-Präsidium zur Verfügung gestellt. Ich hätte die Aufgabe nicht für mich gemacht, sondern für die Schweizer Bauern. Deshalb wäre ich bereit gewesen, diese neue Aufgabe noch einmal zu wagen.

Nun haben aber offenbar die ZMP, die Sie noch 2012 zum Ehrenpräsidenten ernannt haben, Sie nicht für das SMP-Präsididum nominieren wollen.
Es stimmt, dass mich der ZMP-Vorstand nicht nominieren wollte. Wenn der ZMP-Vorstand das nicht will, dann ist das sein Entscheid. Eines möchte ich aber noch betonen: Zum ZMP-Ehrenpräsidenten hat mich die Delegiertenversammlung auf Antrag des Vorstandes ernannt.

Hat Sie der Entscheid des Gremiums, dem sie immerhin bis letztes Jahr als Präsident vorstanden, überrascht?
Ja, im Grunde schon. Der Entscheid wurde meiner Meinung nach nicht nach sachlichen, sondern vor allem nach emotionalen Kriterien gefällt. Man verdächtigte mich, der bäuerlichen Basis-Organisation BIG-M zu nahe zu stehen, beziehungsweise deren Kandidat zu sein. Dabei bin ich immer zu den ZMP gestanden.

Wurden denn konkrete Gründe genannt, weshalb Sie nicht geeignet wären für das Amt?
Der Anforderungskatalog, der ja bekannt gewesen wäre, wurde im Gespräch nicht erwähnt. Rein sachlich bin ich der Meinung, dass ich alle Punkte erfülle. Einzig, dass ich nicht fliessend französisch spreche, ist ein Handicap.

Theoretisch könnte auch eine andere Organisation Sie für das SMP-Präsidium nominieren?
Wenn die eigene Organisation nicht hinter mir steht, ist es schwierig. Es gäbe höchstens noch eine Chance, wenn der Vorstand auf seinen Beschluss zurückkommen würde, was für mich aus heutiger Sicht unrealistisch ist. Für mich gibt es nur eine Kandidatur, wenn die ZMP mich vorschlagen. Sonst nicht.

Sie sind 61-jährig. Wie lange hätten Sie das Amt des SMP-Präsidenten im Falle einer Wahl denn noch ausgeübt?
Ich bin tatsächlich nicht mehr der Allerjüngste. Ich wäre ein Übergangspräsident für die Grössenordnung von sechs Jahre gewesen, könnte aber in der momentan schwierigen Situation, in der sich die SMP befinden, meine Erfahrung einbringen und nutzen.

Zur Person

Der 61-jährige Meisterlandwirt aus Ruswil LU war von 1985 bis 2012 im Vorstand der ZMP, wovon von 2003 bis 2012 als Präsident. Von 2003 bis 2012 war er auch Mitglied des Verwaltungsrats der Emmi AG, von 2006 an als Vizepräsident. Als ZMP-Präsident nahm er auch Einsitz im Vorstands des Dachverbandes SMP. An der Delegiertenversammlung vom 17. April 2012 wurde er zum Ehrenpräsidenten ZMP ernannt. sam

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