22.02.2014 07:43
Quelle: schweizerbauer.ch - Raphael Bühlmann
Milchmarkt
In 20 Jahren halbierte sich die Anzahl Milchbetriebe
Die Zahlen 2013 zeigen: Die Anzahl Milchmillionäre sowie die Menge produzierter Milch pro Betrieb haben zugenommen.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 3'304'029 Tonnen Milch von 23'490 Landwirten produziert. Damit ist die produzierte Milchmenge seit der Aufhebung der Milchkontingentierung 2009 zum ersten Mal rückläufig. Die von der TSM Treuhand GmbH erfassten Daten zeigen, dass im Vergleich zum Rekordjahr 2012 die gesamte Milchmenge um 48'712 Tonnen sank. In Bezug auf das Jahr 2009 werden aber immer noch gut 130'000 Tonnen über der «Kontingentsmenge» von 2007/2008 gemolken.

5 neue «Milchmillionäre»

Auch strukturelle Veränderungen sind der Statistik zu entnehmen. Die Anzahl Betriebe, welche 2013 mehr als eine Million Kilogramm Milch produzierte, stieg auf 30. Das sind fünf «Milchmillionäre» mehr als im Jahr 2012. Diese 30 produzieren rund 1,28 Prozent der gesamten Produktionsmenge. Die meisten Milchbetriebe, nämlich 8452 oder 35,51 Prozent, produzierten letztes Jahr eine Menge zwischen 100'000 und 200'000 Kilogramm.

85 Prozent der gesamten Produktion wird von kleineren bis mittleren Betrieben (bis 400'000 kg) produziert. Lediglich 439 der Betriebe weisen eine Milchproduktion von mehr als 500'000 Kilogramm Milch auf. Im Durchschnitt stieg die produzierte Milchmenge pro Betrieb um 2 Prozent auf 140'657 Kilogramm an. Auf der anderen Seite gaben 879 Betriebe die Milchproduktion auf. 

2013 zählte sie Schweiz insgesamt noch 23'490 Milchproduzenten. Zum Vergleich: Im Milchjahr 1990/91 produzierten gut 50'000 Betriebe im Durchschnitt 58'861 Kilogramm Milch. In den vergangenen 23 Jahren hat sich die Anzahl Milchbetriebe also halbiert und die produzierte Menge pro Betrieb mehr als verdoppelt. Im langjährigen Vergleich ist eine klare Konzentration der Milchproduktion festzustellen, was sich in der höchsten je festgestellten Milchmenge pro Betrieb manifestiert. Mit 5758 Kilogramm Milch pro Hektare, liegt die Flächenproduktivität ebenfalls auf einem Allzeithoch. 

Gruyère weiter Spitze

Die Menge der verwerteten Milch konnte im zweiten Halbjahr 2013 gesteigert werden, lag bei Abschluss des Kalenderjahres aber leicht unter dem Vorjahresniveau. Mit total 3'428'611 Tonnen wurde 2013 42'220 Tonnen weniger Milch verarbeitet als im 2012 (–1,2 %). Wie bereits in den vergangenen Jahren, ist der Gruyère AOP der mengenmässige Spitzenreiter unter den verarbeiteten Schweizer Milchprodukten. Mit 29'351 hergestellten Tonnen verzeichnete der Gruyère 2013 eine Zunahme von 2,65 Prozent. Ebenfalls zulegen konnte der Gruyère AOP beim Export (+5.9%).

Die hergestellte Menge Emmentaler sank im gleichen Zeitraum von 26185 Tonnen auf 23'156 Tonnen (−11,5%). Der Exportanteil sank beim Emmentaler um 5,6 Prozent. Der höchste Zuwachs in der Exportstatistik verzeichnete die Sparte «andere Käse» (+422%). Insgesamt wurde in der Käseproduktion die Herstellung von Frischkäse um 3,8 Prozent und die Herstellung von Halbhartkäse um 1,5 Prozentpunkte gesteigert, während die Produktion von Weichkäse nahezu konstant blieb (+0,9 %).

Im Gegensatz dazu nahm die Produktion von Hartkäse um 1,5 Prozent und von extra Hartkäse um 5,4 Prozent ab. Gleiches gilt auch für die Butterproduktion, welche im Jahr 2013 mit 46630 Tonnen unter dem Vorjahresniveau (–4012 t; –7,9 %) zu liegen kam. 

Milchprotein ist gefragt

Die Verwertung zu übrigen Frischmilchprodukten (+9,7 %) und zu Konsumrahm (+2,5 %) konnte im Jahr 2013 im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls stark zulegen. Eine leichte Produktionssteigerung im Jahr 2013 gegenüber 2012 wurde bei der Verarbeitung der Milch zu Jogurt (+0,4%), und Quark (+0,2%) festgestellt.

Im Gegensatz dazu ging die Verwertung zu Konsummilch leicht (–0,7 %) und die Verarbeitung zu Dauermilchwaren (Milchpulver und Halbfabrikate; –11,0%) stark zurück. Eine starke Zunahme von 21,3 Prozent in der Milchverarbeitung konnte im Jahr 2013 die Sparte «andere Verwertung» verzeichnen. Insbesondere die Verarbeitung zu Milchpulver mit hohem Eiweissanteil fällt hier ins Gewicht.

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