2.03.2014 09:16
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Milchpreis
Kieler Rohstoffwert erneut gesunken
Der Kieler Rohstoffwert Milch ist im Februar den zweiten Monat in Folge gesunken. Dies deutet laut Marktexperten darauf hin, dass die Milchpreise in Deutschland vorerst ihren Zenit überschritten haben.

Wie aus aktuellen Berechnungen des Kieler Informations- und Forschungszentrums für Ernährungswirtschaft (ife) hervorgeht, lag der Rohstoffwert für ein Kilogramm Standardmilch ab Hof mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiss im Februar 2014 bei 43,2 Cent (52,46 Rp); das waren 1,2 Cent oder 2,7 % weniger als im Januar 2014. Das Vorjahresniveau wurde allerdings weiterhin klar übertroffen, und zwar um 8,5 Cent/kg oder 24,5 %.

Verantwortlich für den Abschwung des Rohstoffwertes waren die zuletzt ungünstigeren Verwertungsmöglichkeiten der Milch über die Herstellung und den Verkauf von Butter. Die Butternotierung an der Börse in Kempten lag im Monatsdurchschnitt Februar bei 385,40 Euro/100kg (470 Fr./100 kg), das waren 23,80 Euro (29 Fr.) oder 5,8 % weniger als im Januar. Umgerechnet auf die in der Butterherstellung eingesetzte Milch ergab sich damit eine um 1,1 Cent/kg auf 16,8 Cent/kg verschlechterte Rohstoffverwertung.

Nur geringe Preisänderung gab es dagegen am Pulvermarkt: Die durchschnittliche Notierung für Magermilchpulver belief sich im Februar auf 319,80 Euro/100kg (390 Fr./100 kg), lediglich 0,30 Euro weniger als im Vormonat. Dadurch schwächte sich die Verwertung der verwendeten Rohmilch über das Magermilchpulver nur um 0,1 Cent/kg auf 27,80 Cent/kg ab. Werden beide Wertkomponenten zusammengefasst, belief sich der Milchwert frei Rampe Molkerei im Februar auf 44,6 Cent/kg (54,4 Rp.).

Nach Abzug der unterstellten Erfassungskosten von 1,4 Cent/kg hatte die Milch auf Erzeugerstufe dann einen theoretisch kalkulierten Wert von 43,2 Cent/kg. Da jedoch beispielsweise Käse und Frischmilchprodukte in der Kalkulation nicht enthalten sind und zudem längerfristige Lieferkontrakte mit festen Preisvereinbarungen zwischen Herstellern und Abnehmern ebenso unberücksichtigt bleiben wie Investitionen oder andere Produktionskosten, entspricht der Rohstoffwert laut ife nicht exakt dem Auszahlungspreis einer Molkerei.

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