19.04.2013 08:06
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Etter
Organisationen
Kommen jetzt die Reformen bei der Dachorganisation?
Welche Rolle sollen die SMP einnehmen? Sind Doppelmandate zulässig? Fragen, die jetzt geklärt werden sollten.

Ende April will der Vorstand der Dachorganisation Schweizer Milchproduzenten (SMP) über die Bücher gehen. Er trifft sich zu einer Klausurtagung. Dies, nachdem der Doppelrücktritt von Direktor Albert Rösti und Präsident Peter Gfeller viele Fragen aufgeworfen hat. Am 30. Mai sollen die Delegierten dann einen neuen Präsidenten wählen. Der wiederum einen neuen Direktor einstellen soll.

Neue Strategie festlegen

Seit der Aufhebung der Milchkontingentierung hat die Rolle, welche die SMP einnahmen, immer wieder für Diskussionen oder gar Streitereien gesorgt. Soll sich die Dachorganisation in den Milchmarkt einmischen? Darf sie Preisforderungen stellen? Soll sie ein Milchpreismonitoring durchführen? Wie soll sie in das politische Geschehen eingreifen? Diese und viele weitere Fragen sollen jetzt, vor der Präsidentenwahl, klar beantwortet werden fordern die Thurgauer Milchproduzenten (TMP). Falls der Vorstand vor der Wahl keine klare Aufgabenstellung definieren und keine klare Strategie festlegen könne, müsse die Wahl bis auf weiteres zurückgestellt werden.

Die TMP wollen aber nicht nur definieren, was die Dachorganisation zu tun, sondern vor allem auch was sie zu unterlassen hat. Die TMP fordern, die SMP sollen eine reine Berufsorganisation sein, deren Aufgabe in erster Linie daraus besteht, die bäuerlichen Branchenvertreter mit Infos zu füttern und Marktbeobachtung respektive -analysen zu erstellen. Marktbeschlüsse hingegen sollen nur in der Branchenorganisation Milch gefällt werden.

Von der Basis der Milchproduzenten wiederum stehen Forerungen im Raum, wonach die SMP nur noch das Basismarkting zu machen haben. Oder sie sollen gar in den Bauernverband eingebunden werden.

Nur einen Hut tragen

Einen anderen Fokus legt die PO Lobag. Zwar will auch sie Reformen, setzt aber bei den Doppelmandaten an. In einem Antrag zuhanden der Klausurtagung verlangt er, die Statuten der SMP zu präzisieren sowie eine klare Regelung hinsichtlich der Anforderungen an die Vorstandsmitglieder einzuführen. Geht es nach der Lobag, soll die Mehrheit der Vorstandsmitglieder nur einen Hut tragen dürfen.

Ob sich die SMP reformieren, eine neue Strategie festlegen und Statutenänderungen vornehmen werden, wird von vielen Seiten bezweifelt. Mehrheitlich geht man davon aus, dass zwar ein neuer Präsident gewählt und ein neuer Geschäftsführer eingestellt wird, die Streitereien aber anhalten werden.

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