15.04.2014 16:28
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
SMP
Lactofama wird später ausfinanziert
Die Delegiertenversammlung der Schweizer Milchproduzenten (SMP) stand im Zeichen der Entlastung des Buttermarkts durch die neue Lactofama AG. René Vonlanthen wurde zum neuen Vizepräsidenten gewählt.

Die SMP-DV begann verzögert. Grund war eine Verspätung des Zuges, welche die Delegierten aus der Ostschweiz nach Bern brachte. SMP-Präsident Hanspeter Kern stellte Wahlen und Beschlussgeschäfte deshalb hintan.

Lactofama im Zentrum

Deshalb wurden die Ausführungen von Präsident Hanspeter Kern wie von Direktor Kurt Nüesch zur laufenden Tätigkeit vorgezogen. Und hier interessierte natürlich die Berichterstattung zur neu gegründeten Lactofama AG, welche sich mit der Abräumung saisonaler Milchfettüberschüsse befasst. Er sei verschiedentlich gefragt worden, warum es wieder eine neue Organisation brauche, meinte Präsident Kern. In einer eigenständigen Aktiengesellschaft seien das wirtschaftliche Risiko, die notwendige Nähe zum Markt und die unternehmerische Beweglichkeit am erfolgsversprechendsten abgedeckt. Zudem könne ein Ausgleich von C-Milch nur erzielt werden, wenn möglichst viel Milch am Tisch sei, fügte er an.

2000 Tonnen Butter mehr

«Soweit die Zahlen verfügbar sind, liegt die Milchmenge diesen Winter rund 4 Prozent über Vorjahr. In den ersten 3 Monaten des Jahres sind daraus annähernd 2000 Tonnen oder 17 Prozent Butter mehr produziert worden als im Vorjahr», betonte Direktor Nüesch. Dies habe zur Gründung der Lactofama geführt.

Die kommenden Wochen würden zeigen, wie sich Angebot und Nachfrage weiter entwickeln und wie weit diesen Frühling ergänzend zur Segmentierung der Branchenorganisation Milch (BOM) Massnahmen zur Marktstabilisierung notwendig seien. «Lassen wir die Lactofama ihren Job jetzt einmal machen und dann im Sommer oder Herbst Bilanz ziehen», so Nüesch. Danach soll geprüft werden, ob die Massnahmen 2015 weiter geführt werden sollen. «Klar ist, dass eine Weiterführung ab dem kommenden Jahr nur zusammen mit einer gesicherten Finanzierung über Beiträge der Milchproduzenten möglich sein wird», stellt er in Aussicht. Über diese Beiträge hätten dann die Delegierten an der nächsten Versammlung zu entscheiden.

Neue Kässeli-Politik?

Doch nicht ganz alle Anwesenden zeigten sich damit zufrieden. Er stehe der Gründung der Lactofama grundsätzlich positiv gegenüber, meinte ein Vertreter der Thurgauer Milchproduzenten. Er sei aber dagegen, dass wieder ein Kässeli gegründet werden soll. «Falls die Lactofama weitergeführt werden soll, muss sie durch die beteiligten Organisationen finanziert werden.»

Gratis werde die Finanzierung der Lactofama nicht sein, erwiderte Kern. «Es gab auch Zeiten, da haben wir mit Kässeli relativ gut und erfolgreich in den Markt eingegriffen», fügte er an.

Vonlanthen für Aeby

Für den zurücktretenden André Aeby wurde neu René Vonlanthen, Präsident der Freiburger Milchproduzenten (FSFL), zum neuen SMP-Vizepräsidenten gewählt. Den Vorstandssitz von Aeby als Prolait-Vertreter nimmt neu Didier Roch, Les Chaux VD, ein.  Andreas Schaad, Bettenhausen BE, wurde als Nachfolger für den zurücktretenden Fritz Wyss als Lobag-Vertreter gewählt. Hanspeter Egli, Trachslau SZ, kommt für den Verband Vereinigte Milchbauern Mitte Ost (VMMO) neu in den Vorstand, da Hanspeter Kern als neuer SMP-Präsident nicht mehr dem Kontingent der VMMO angerechnet wird. Die ebenfalls zurücktretenden Robert Bischofberger und Hansheiri Baier (beide VMMO) werden erst später ersetzt, da die VMMO deren Nachfolger noch nicht nominiert hätten.

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