5.07.2019 07:01
Quelle: schweizerbauer.ch - aiz
Österreich
Mehr Milchgeld bei Tierwohl
Die Berglandmilch, das grösste österreichische Molkereiunternehmen, das im alleinigen Eigentum von 11'000 Milchbauern steht, hat im Januar 2019 seine Lieferanten über die Einführung eines sogenannten Tierwohlbonus informiert. Mit 1. Juli startete nun die Auszahlung dieses Bonus.

Rund 7,7 Millionen Franken (7 Mio. Euro) zahlt die Molkerei zusätzlich an ihre Bauern für Tierwohlmassnahmen, die über die gesetzlichen Mindeststandards hinausgehen. Ein hoher Anteil der Lieferanten wird von dieser Massnahme profitieren. 

Bis 1 Cent Zuschlag

"Fast 90% der Berglandmilch-Bäuerinnen und -Bauern setzen Tierwohlmassnahmen um, welche über den strengen österreichischen Tierwohlstandards liegen und lukrieren mit diesem Bonus Milchgeldzuschläge von bis zu 1,1 Rappen (1 Cent) pro Kilogramm Milch", teilt Berglandmilch mit. Die Kühe der Lieferanten werden in kleinen Herden mit intensiver Tier-Mensch-Beziehung auf bäuerlichen Familienbetrieben gehalten.

"Mit dem Zugang zu Wasser in Trinkwasserqualität, heimischen Futtermitteln, Glyphosat-Verzicht auf allen Futterflächen, Verzicht auf Palmöl in der Fütterung und Gentechnikfreiheit werden höchste Qualitätsstandards umgesetzt. Dieser Kuhkomfort spiegelt sich in der hohen Qualität der Milch für die Produkte der Marken Schärdinger, Tirol Milch, Lattella und Stainzer wider", teilt das Unternehmen weiter mit. 

Drei-Stufen-Prinzip

Der Berglandmilch-Tierwohlbonus ist in drei Stufen eingeteilt. Jede dieser drei Stufen geht über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus und wird mit zusätzlichen Milchgeldzuschlägen abgegolten. Stufe 1 sieht eine Kombinationshaltung mit 120 Tagen Auslauf anstatt der gesetzlich vorgeschriebenen 90 Tage vor, der Zuschlag beträgt 0,22 Rappen (0,2 Cent).

In Stufe 2 wird mit einem Zuschlag von 0,55 Rappen (0,5 Cent) je kg Milch die Haltung im Laufstall oder in Kombinationshaltung mit ganzjährigem Auslauf abgegolten. Der Maximalzuschlag von 1,1 Rappen (1 Cent) in Stufe 3 kann durch Laufstallhaltung mit ganzjährigem Auslauf oder mindestens 120-tätiger Weidehaltung lukriert werden. 

Bei einem durchschnittlichen Tierwohlbonus von 0,55 Rapen (0,5 Cent) zahlt die Berglandmilch ab Juli für GVO-freie Qualitätsmilch mit 4,2% Fett und 3,4% Eiweiss einen Erzeugerpreis von 38,1 Rappen (34,70 Cent) netto je kg.

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