29.05.2017 16:59
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Migros
«Migros bezahlt Bauern 10% mehr»
Die Migros halte sich konsequent an den Richtpreis für Schweizer Milch und bezahle im Vergleich zum vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) monatlich veröffentlichten Durchschnittspreis sogar 10 Prozent mehr.

Das schreibt die Migros in einer Mitteilung als Reaktion auf einen Boykott-Aufruf durch die «Gruppe Zwingli». «Die Migros pflegt eine faire Partnerschaft zu den Schweizer Bauern, so auch zu ihren Milchproduzenten. Deshalb ist für die Migros selbstverständlich, dass sie sich an Branchenvereinbarungen hält», schreibt die Migros. Ihre Verbundenheit mit der Schweizer Landwirtschaft unterstreiche sie nicht nur mit langfristigen Verträgen, sondern auch indem das Migros-Milchverarbeitungs-Unternehmen Estavayer Lait SA (Elsa) einen überdurchschnittlich hohen Milchpreis bezahle.

«Seit Anfang 2016 ist der von der ELSA ausbezahlte Produzentenpreis im Schnitt 5.7 Rappen oder 10 Prozent höher als der von anderen Verarbeitern bezahlte Durchschnittspreis», wird betont. Grundlage für den Durchschnittspreis für Molkereimilch sei der jeden Monat veröffentlichte Marktbericht «Milch» vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW). «Entsprechend schreibt auch die Branchenzeitung «Schweizer Bauer» in ihrer jüngsten Ausgabe, dass die Migros als einziger grosser Milchverarbeiter den Richtpreis von 65 Rappen/kg einhält», heisst es weiter.

Boykott zielt auf falsches Unternehmen

«Vor diesem Hintergrund ist der Boykottaufruf einzelner Bauernvertreter absurd und zielt auf das völlig falsche Unternehmen. Glücklicherweise widerspiegelt dieser Aufruf nicht die Haltung der Schweizer Bauern, denn etliche Milchbauern und Branchenvertreter haben sich bei uns gemeldet und sich von dieser Aktion distanziert», sagt Matthew Robin, Unternehmensleiter der Elsa. «Das Problem ist gar nicht der Richtpreis», so Robin, «sondern dass viele Verarbeiter diesen Preis einfach nicht bezahlen oder ungerechtfertigte Abzüge machen. Dass nun andere Akteure dem Beispiel der Migros folgen und in Zukunft ebenfalls einen höheren Milchpreis bezahlen wollen, begrüssen wir.»

Die Argumente der Migros

-Die Migros bezahlt über ihr Milchverarbeitungs-Unternehmen Elsa seit Anfang 2016 im Schnitt 5.7 Rappen oder 10 Prozent mehr als die anderen Verarbeiter von Molkereimilch.  Grundlage der Berechnung sind die jeden Monat veröffentlichten Zahlen des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW).
-Die Migros setzt voll auf Schweizer Milchprodukte. Die Elsa verarbeitet ausschliesslich Schweizer Milch.
-Der Milchkonsum ist rückläufig. Seit 2000 ist der Pro-Kopf-Verbrauch von Konsummilch von 86 kg und Jahr auf 59 kg gesunken.

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