24.05.2016 16:03
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Europäischer Milchmarkt
Milch: „Europaweite Notreduzierung“ gefordert
Der Absturz des Milchpreises auf nun unter 20 Cent/l (22 Rp.)dürfte etliche deutsche und europäische Milchbauern ruinieren. Diese Befürchtung hat der agrarpolitische Sprecher der Grünen/EFA im Europäischen Parlament, Martin Häusling, geäussert und die europäische Agrarpolitik aufgefordert, mit einer „europaweiten Notreduzierung der Milchmenge“ den Markt zu steuern.

„Der ungebremste Fall des Milchbauernpreises ist das Resultat eines ideologisch gewollten oder mindestens wohlwollend in Kauf genommenen massiven Strukturwandels“, erklärte der Grünenpolitiker am Dienstag vergangener Woche in Brüssel.

Statt endlich zu „wirksamen, allerdings politisch verfemten Mitteln einer aktiven Marktregulierungmit kontrollierter Mengenreduzierung zu greifen“, würden EU-Agrarkommissar Phil Hogan und der deutsche Agrarminister Christian Schmidt die Bauern „in die Verschuldung oder direkt ins Aus treiben“. In der nun nochmals verschärften Lage zeige sich deutlich, dass die Exportorientierung ein Fehlgriff gewesen sei.

„Agrarprodukte um den Globus zu schippern kann nicht die Lösung sein“, gab Häusling zu bedenken. Die europäische Agrarpolitik dürfe nicht weiter Steuergelder dazu verwenden, „mit Dumpingpreisen auf Kosten von Bauern in Europa und anderswo Markteroberungspolitik zu betreiben“.

Die Politik müsse eingreifen und endlich mit einer europaweiten Notreduzierung der Milchmenge den Markt steuern. Tue sie das nicht, dulde sie einen fatalen Strukturbruch, der der Industrie gefallen möge, der aber keinesfalls im Interesse der Bauern, der Verbraucher und der Umwelt liege.

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