31.05.2016 09:23
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Milchmarkt
Milch: „Flagschiff ist Sanierungsfall“
Die Milchbauern-Basisorganisation BIG-M kritisiert die am „Milchgipfel“ geforderten Massnahmen als unzureichend. Es brauche eine Mengensteuerung, um die Überproduktion in den Griff zu bekommen. Auch Hansuli Huber vom Schweizer Tierschutz unterstützt dies.

Für die Milchbauern-Organisation BIG-M sind die Resultate des „Milchgipfels“, den die Branche letzten Freitag organisierte, ernüchternd. Die geforderten Massnahmen seien lediglich Symptombekämpfung und würden die Überproduktion – die eigentliche Ursache der aktuellen Krise - nicht lösen.

BIG-M: Handel und Verarbeiter präsentierten keine Lösungen

BIG-M kritisiert zudem, dass weder Vertreter der Molkereien noch die des Detailhandels Lösungen präsentierten, wie die angespannte Situation der Milchviehbetriebe verbessert werden könnten. Die Organisation fordert seit Jahren eine Mengensteuerung.

„Mittels einer Monitoringstelle wird der Bedarf des nächsten Monats für die Segmente A und B erhoben. Dann würde diese Milchmenge bei den Milchproduzenten und den Handelsorganisationen bestellt. Das Angebot würde so auf die Nachfrage ausgerichtet“, heisst es in einer Stellungnahme von BIG-M. Weiter fordert die Organistion eine korrekte Umsetzung der Segmentierung. Zwangsabgaben, um den Export überschüssiger Butter zu finanzieren, werden abgelehnt.

Tierschutz: Flagschiff ist Sanierungsfall

Zum Milchgipfel hat sich auch Hansuli Huber in einem Leserbrief geäussert. Der Geschäftsführer des Schweizer Tierschutzes fordert ebenso wie BIG-M eine Mengensteuerung und faire Produzentenpreise. Die Milchviehhaltung – einst Flaggschiff der Schweizer Landwirtschaft – sei heute ein Sanierungsfall. Daran trügen die Behörden eine Mitschuld, kritisiert Huber.

Die Aufhebung der Milchkontingentierung wertet er als einen Fehler. Huber erinnert daran, dass der Liter Pastmilch im Laden heute gleich viel kostet wie vor 30 Jahren – mit dem Unterschied, dass Bauern immer weniger vom Konsumentenfranken haben, während Verarbeiter und Detailhandel ihren Anteil erhöhen konnten. Huber glaubt, dass die Konsumenten bereit wären, Bauern korrekt abzugelten für eine Qualitätsmilch von gesunden, gut und auf der Weide gehaltenen Kühen.

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