22.01.2017 07:13
Quelle: schweizerbauer.ch - sal
Milchmarkt
Milch billiger als Wasser
Es sei ein Skandal, wenn Milch billiger als Wasser verkauft werde, kritisiert eine österreichische Politikerin scharf.

Europaweit kämpfen bäuerliche Familienbetriebe, die Milch produzieren, zunehmend verzweifelt ums Überleben ihrer Betriebe. Das ruft nun auch in der EU Parlamentarier auf den Plan.

«Wenn Milch billiger als Wasser verkauft wird, dann ist das ein Skandal», wird die Europaabgeordnete Elisabeth Köstinger in der österreichischen Zeitung «Die Presse» zitiert. Die Preise für bäuerliche Erzeugnisse seien gesunken, während die Margen für Handelskonzerne grösser geworden seien. Die Bauern könnten diesem Unterbietungswettbewerb nicht mehr standhalten, heisst es auf dem Online-Portal der Zeitung.

EU-Kommissar ist bereit

Generell bringe die Konzentration im Einzelhandel, aber auch so manche Praktiken ihrer Einkäufer landwirtschaftliche Betriebe so weit unter Druck, dass die EU-Kommission nun Gegenmassnahmen prüft. EU-Agrarkommissar Phil Hogan hat laut der «Presse» Anfang Jahr bei einem Expertenhearing Bereitschaft gezeigt, gegen die von mehreren Mitgliedstaaten dokumentierten «unlauteren Handelspraktiken» vorzugehen.

Die Landwirtschaftskammer habe Beispiele in Österreich angeführt, wonach Getreideproduzenten für ein Kilogramm verkauften Brots zu einem Verbraucherpreis von 2,96 Euro gerade einmal 12,3 Cent erhalten hätten. Verantwortlich dafür sei nicht nur ein verstärkter Marktdruck, sondern auch eine Marktkonzentration und die dadurch möglich gewordenen Erpressungsversuche des Handels.

Caffè Latte: 4 Rp. an Bauer

Der «Schweizer Bauer» hat letzten Juli aufgezeigt, dass vom Emmi-Exportschlager «Caffè Latte», der im Coop damals für 1.95 Fr. zu kaufen war, nur um die 4 Rappen (2,2%) zum Bauern gelangen.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE