5.09.2019 10:33
Quelle: schweizerbauer.ch - aiz
Europäischer Milchmarkt
Milch: EU-Produzentenpreise steigen
Die Milchpreise in der EU konnten im Juli 2019 leicht zulegen. Führende europäische Molkereien zahlten ihren Lieferanten im Mittel 33,43 Cent (36.07 Rp.) netto/kg Rohmilch. Das bedeutet gegenüber dem Vormonat ein Plus von 0,14 Cent.

Das Vorjahresniveau wurde allerdings um 0,41 Cent oder 1% unterschritten. Dies geht aus der jüngsten Preiserhebung des niederländischen Landwirteverbandes LTO hervor. 

Der LTO-Durchschnittswert wird bekanntlich monatlich auf Basis der Auszahlungsleistungen von 16 marktführenden Milchverarbeitern in Nord- wie auch Mitteleuropa für Standardmilch mit 4,2% Fett und 3,4% Eiweiss errechnet. Der Durchschnittspreis beruht auf einer jährlichen Anlieferung von 1 Mio. kg. 

Preisanstieg saisonal bedingt 

Die LTO-Experten weisen darauf hin, dass der leichte Anstieg der EU-Produzentenpreise im Juli 2019 vor allem auf saisonale Faktoren zurückzuführen ist. Das gilt insbesondere für die französischen Molkereien, die üblicherweise im Sommer den Höhepunkt bei der Milchgeldauszahlung verzeichnen. Auch die Preiserhöhung des britischen Verarbeiters Saputo Dairy UK von 2,2 Cent je kg basiert auf einem Saisonaufschlag. Die finnische Molkerei Valio wiederum erhöhte ihren Tiergesundheitsbonus, wodurch der Erzeugerpreis um 1 Cent zulegte.

Auf der anderen Seite wurden die Produzentenpreise der irischen Milchverarbeiter Glanbia (-1 Cent) und Kerry (-1,9 Cent) sowie des niederländischen Konzerns FrieslandCampina (-0,7 Cent) verringert. Für August 2019 haben der deutsche Marktführer DMK und der italienische Milchverarbeiter Granarolo stabile Milchpreise gemeldet. Der dänische Milchriese Arla, Savencia in Frankreich und Saputo in Grossbritannien wollen ihre Auszahlung im August und September unverändert lassen. FrieslandCampina kündigt - nach einer leichten Verringerung im August - ebenfalls für September gleichbleibende Produzentenpreise an. 

EU-Milchanlieferung stabil 

Die weitere Entwicklung der EU-Milchpreise wird laut LTO neben der globalen Milchmarktsituation auch vom Rohmilchangebot in Europa abhängen. Nach Angaben der EU-Kommission lag die kumulierte Anlieferung in der EU im ersten Halbjahr 2019 um 0,2% über der Vorjahreslinie. Im Juni wurde im Vergleich mit dem Vorjahreswert ein Minus von 0,3% gemeldet. Die Situation war allerdings in den einzelnen Mitgliedsländern sehr unterschiedlich: Während die irischen Farmer ein Lieferplus von 7,5% meldeten, kam es in Deutschland zu einem Rückgang der Erzeugung um 2,3%. 

Neuseeland mit Plus - Australien mit Minus

Was die anderen grossen Milchexporteure betrifft, so verzeichnete Neuseeland im abgelaufenen Milchjahr 2018/19 einen Produktionsanstieg um 2,2%. Im Juni, dem ersten Monat der neuen Milchsaison 2019/20, wurde ein Mengenplus von 14% gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnet, allerdings befand sich da die saisonale Anlieferungskurve noch auf ihrem tiefsten Punkt.

Dem gegenüber fiel die Erzeugung in Australien im Juni 2019 um 7,4% geringer als im Vorjahresmonat aus. In der gesamten Milchsaison 2018/19 wurde die Anlieferung aufgrund von Witterungsproblemen um 5,7% reduziert. In den USA erfolgte im Juni 2019 ein leichter Produktionsrückgang um 0,2%, im ersten Halbjahr 2019 lag die Menge unverändert auf dem Vorjahresniveau. 

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