23.04.2017 11:05
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE/blu
Deutschland
Milch: Kosten weiter nicht gedeckt
Konventionell wirtschaftende Milchbauern machen nach Einschätzung des European Milk Boards (EMB) bei der Produktion weiterhin Verluste. Im Januar 2017 standen einem durchschnittlichen Milchpreis von 33,76 Cent/kg (36.03 Rp.) Kosten von 43,74 Cent/kg (46.7 Rp.) gegenüber.

Die Deckungsrate habe sich somit auf lediglich 77% belaufen. Die Studie des Büros für Agrarsoziologie und Landwirtschaft (BAL) war gemeinsam vom EMB und der Milcherzeugergemeinschaft (MEG) Milch Board in Auftrag gegeben worden.

Der EMB-Vorsitzende Romuald Schaber verwies auf das freiwillige Mengenreduktionsprogramm in der Europäischen Union, welches „das Übermengenwachstum“ gebremst habe. So lagen die Milchpreise in Deutschland noch im Juli 2016 unter 25 Cent, in anderen Ländern sah es ähnlich dramatisch aus. In Litauen waren die Preise im Juli 2016 gar auf unter 17 Cent, in Belgien auf rund 22 Cent gefallen.

Die aktuelle Erholung der Preise werde allerdings nicht lange anhalten. Schon jetzt häuften sich die Zeichen, dass die Preise bald längerfristig fielen, so Schaber. Er bekräftigte deshalb seine Forderung nach einem „gesetzlichen EU-Rahmen“, mit dessen Hilfe die „Erzeuger verantwortungsvoll produzieren können“. Ohne diesen seien sie „in kritischen Preissituationen fast gezwungen, ihre Produktion zu erhöhen“, obwohl das dem gesamten Markt schade.

Deshalb sei jetzt EU-Agrarkommissar Phil Hogan gemeinsam mit den nationalen Agrarministern bei der Einrichtung eines entsprechenden Instrumentes gefragt. Mit solch einem Kriseninstrument, das bei Marktturbulenzen automatisch Stabilisierungsschritte wie beispielsweise einen freiwilligen Lieferverzicht schaltet, könnte die EU endlich die chronische Krise am Milchmarkt in den Griff bekommen, hebt Schaber hervor.

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