23.08.2018 16:29
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Milchmarkt
Milch: «Marktsignale missachtet»
Die Branchenorganisation Milch (BOM) hat den Richtpreis für industrielle Molkereimilch im A-Segment bei 68 Rappen je Kilo belassen. Die Bauern sind sauer. Die Schweizer Milchproduzenten (SMP) sind mit dem Entscheid der BOM nicht einverstanden.

Viele Milchbauern kämpfen mit den Folgen der Trockenheit. Das Futter wird knapp, deshalb müssen sie die Wintervorräte anzapfen oder Futter zukaufen, sofern das möglich ist. Die Produktionskosten steigen. Weil die Milcheinlieferungen nun sogar sinken, haben viele Milchbauern auf eine Richtpreiserhöhung gehofft.

Doch diese Rufe verhallten im Nirgendwo. Die Forderung der Produzenten nach einer Erhöhung des Richtpreises fand keine Mehrheit, teilte die BOM am Mittwochabend mit. Verarbeiter und Produzenten schätzen gemäss der Branchenorganisation die Entwicklung des Marktes fundamental unterschiedlich ein. Der Entscheid der BOM verärgert die Schweizer Milchproduzenten (SMP). «Der Vorstand hat diese Missbilligung unisono und mit aller Deutlichkeit bekräftigt und damit der IG-Produzenten in der BO Milch den Rücken gestärkt», heisst es in einem Communiqué der SMP. 

Die Milchproduzenten haben geschlossen eine A-Richtpreiserhöhung gefordert, was von den Marktpartnern diametral und fundamental anders beurteilt wurde. Die SMP erwarten deutlich sinkende Einlieferungen von Milch in der Schweiz und in Europa. Auch die Fett- und Eiweissgehalte werden tiefer ausfallen. «Butter wird in der Schweiz so bis Ende Jahr 2018 wohl Mangelware werden», machen die SMP deutlich.

Im August wird mit grossen Einbussen bei der Milchproduktion gerechnet. In den umliegenden Ländern steigen die Preise für die Produzenten. «Diese Marktentwicklungen sind aus der Sicht der Milchproduzenten sehr deutlich wahrnehmbar und es besteht Einigkeit bei den Produzenten, dass sich diese Effekte gegen den Herbst noch verstärken werden», halten die SMP fest.

Deshalb sei es unverständlich, dass der Richtpreis nicht erhöht worden. «Die Marktsignale wurden missachtet. Die Milchproduzenten erwarten ein Rückkommen», machen die SMP deutlich.

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