7.03.2017 16:25
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Milchmarkt
Milch: Produzentenpreis 2% gesunken
Im vergangenen Jahr ist der durchschnittlich gesamtschweizerische Produzentenpreis für ein Kilo Milch um 1.23 Rappen auf 60.64 Rappen gesunken. Die Höhe des Preises variiert aber stark von der Verarbeitung der Herstellungsmethode. Der Preis für Molkereimilch ist deutlich gesunken. Gestiegen ist der Preis für Bio-Milch.

Das vergangene Jahr war für Bauern, die Molkereimilch produzierten, miserabel. Das tiefe Preisniveau auf den internationalen Märkten, die globale Entwicklung von Angebot und Nachfrage von Milchprodukten sowie eine zu hohe inländische Produktion haben sich negativ auf das Preisegefüge niedergeschlagen.

EU: -9.1 Prozent

Gemäss der Preiserhebung des niederländischen Bauernverbandes sind in der EU 2016 die Produzentenpreise um über 9 Prozent gesunken. Der durchschnittliche Produzentenpreis lag noch bei 27.9 Cent/kg (30.7 Rp./kg). Da die EU für die Schweiz der wichtigste Handelspartner mit Molkereimilchprodukten darstellt, schlägt sich die europäische Preisentwicklung auf den Schweizer Milchpreis nieder.

So erstaunt es wenig, dass im jüngsten Marktbericht Milch des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) bei der konventionellen Molkereimilch der stärkste Preisrückgang beobachtet wurde. Der durchschnittliche Produzentenpreis in diesem Bereich sank 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 4,5 Prozent oder 2.57 Rappen auf noch 54.51 Rp./kg (Preis ab Hof oder Sammelstelle). Das ist der tiefste Wert der vergangenen zehn Jahre.

Plus bei Bio-Milch


Der Gesamtpreis für konventionell produzierte verkäste Milch tauchte um 3,2 % oder 2.15 Rp./kg auf 65.31 Rp./kg. Bei der konventionellen Milch, die an gewerbliche Käsereien geliefert wurde, fiel der Preisrückgang mit –2,6 % oder –1.90 Rp./kg auf 71,26 Rp./kg moderater aus. Im Jahr 2011 und 2012 wurden mit 70.31 Rp./kg und 70.83 Rp./kg noch tiefere Preise ausgewiesen.

Jene Bauern, die im Biosegment produzieren, waren vom Preisrückgang verschont. Bio-Milch wurde 2016 im Vergleich zum Vorjahr 0.78 Rp. oder 1 Prozent teurer. Der Produzentenpreis lag 2016 bei 78.29 Rp./kg. Nur 2008 wurden ein deutlich höherer Preis (86.15 Rp./kg) ausbezahlt.

Höherer Preis dank Gruyère


Unterschiede beim Produzentenpreis sind auch zwischen den Regionen festzustellen. Produzenten der Regionen 1 (Romandie&westlicher Teil Kanton Bern) und 5 (Wallis&Tessin) haben Preise über dem nationalen Durchschnitt erzielt, im Mittel 68,01 Rp./kg und 68,87 Rp./kg. Die Differenzen sind vor allem der Verarbeitungsweise geschuldet.

Für Milch, die an gewerbliche Käsereien geliefert wird, werden im Vergleich zu den anderen Regionen hohe Preise bezahlt. Der höchste Preis für Käsereimilch wurde in der Region 1 (83,09 Rp./kg) beobachtet. Diese Region ist durch Gruyère-Produktion geprägt. Der tiefste Preis hingegen wurde mit 63.57 Rp./kg in der Region 2 (Zentralschweiz&Bern) beobachtet. In dieser Region wird oft Emmentaler produziert.

«Daraus lässt sich schliessen, dass es das Endprodukt und sein Erfolg am Markt sind, die den Produzentenpreis für den Rohstoff (Rohmilch) hauptsächlich bestimmen», schreiben die BLW-Marktexperten. Bei den Molkereimilchpreisen sind die regionalen Unterschiede hingegen sehr gering.


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