21.02.2017 13:22
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Milchmarkt
Milch: Steigt der Richtpreis?
Am Dienstag entscheidet die Branchenorganisation Milch über den Richtpreis von Molkereimilch im A-Segment. Viele Bauern warten sehnlichst auf steigende Preise. Bei einer Abstimmung auf schweizerbauer.ch sind die Meinungen bezüglich höherem Richtpreis geteilt.

Am Dienstag berät der Vorstand der Branchenorganisation Milch (BOM) über den Richtpreis von Molkereimilch im A-Segment für das 2. Quartal. Detailhändler Coop rechnet mit höheren Preisen, Emmi hingegen zeigt sich skeptisch. Der Molkereimilchpreisindex, den der Bund monatlich berechnet, hat mit 65,39 Rp./kg bereits den aktuellen A-Richtpreis von 65,00 Rp./kg überschritten.

Steigt nun der Richtpreis oder nicht: Gegen 17 Uhr dürfte der Entscheid der BOM veröffentlicht werden. Viele Milchbauern haben in den vergangenen Monaten mit sehr tiefen Produzentenpreisen gekämpft. Sie konnten ihre Kosten nicht mehr decken. Dementsprechend gereizt ist die Stimmung. Die Erwartungen bezüglich des Entscheids sind gemischt.

Eine nicht-repräsentative Abstimmung auf schweizerbauer.ch zeigt eine Zweiteilung. 46 Prozent der Teilnehmer gehen von einem steigenden Richtpreis aus. 45 Prozent hingegen erwarten keine Erhöhung. 9 Prozent haben keine Ahnung. Insgesamt haben 444 User ihre Stimme abgegeben.

Beim Onlineartikel wurde auch fleissig kommentiert. Die Aussicht auf bessere Preise diene nur dazu, dass die Bauern die Hoffnung auf höhere Preis nicht aufgeben würden und schön brav weiter melken würden, schreibt «Peter». «Der Preis wird bis auf weiteres höchstens im Laden steigen. Coop kassiert mehr Marge und die Bauern den Schwarzen Peter für die teurere Milch im Laden», fährt Peter fort.

«Ich rechne mit einem Rappen mehr, dann ist die Sache elegant gelöst», schreibt User Julius. Coop sei auf der Titelseite vom «Blick», weil der die Bauern unterstütze. Julius befürchtet aber, dass der zusätzliche Rappen nicht beim Bauern ankommt. «Dies deshalb, weil beispielsweise der Transport teurer wird oder einer einen neuen Fond erfunden wird, der der «armen» Emmi zugutekommt», hält Julius fest.

User Melker hat eine andere Meinung zu den Produzentenpreisen: «Der Unterschied vom Unternehmer zum Bauer ist, dass wenn er Geld verdient, dieses auch schlau investiert oder Reserven anlegt und nicht mit jeden Franken, der übrig bleibt etwas Sinnloses kauft.» Melker milkt nach eigenen Angaben rund 500'000 kg.

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