21.05.2013 17:35
Quelle: schweizerbauer.ch - Mike Bauert
Milchmarkt
Milch: Tiefste Produktion seit 2007
Die sinkenden Milchproduktion führt dazu, dass der Butterberg schmilzt und der Detailhandel die Milchpreise bald erhöht.

Die Zahlen der TSM Treuhand zeigen, dass im ersten Quartal 46'315 Tonnen oder 5,1% weniger Milch produziert wurden als in derselben Vorjahresperiode. Mit 858'806 Tonnen ist das die tiefste Milchproduktion seit 2007. Gründe dafür sind der tiefere Milchkuhbestand. Die gemolkenen Kühe haben innert Jahresfrist um 8334 Kühe (–1,4%) abgenommen.

20% weniger Milchpulver

Als Folge des knapperen Milchangebots wurden rund 20% weniger Milchpulver und Butter produziert. Entsprechend ist auch der  Butterberg der Vorjahre geschmolzen. Im März 2013 lagen gerade noch 1334 Tonnen Butter an Lager, 70% weniger als im gleichen Vorjahresmonat. Im ersten Quartal 2013 wurden lediglich 866 Tonnen exportiert, 75% weniger als in der gleichen Vorjahresperiode.

Vom Milchengpass stark betroffen ist der Milchpulverhersteller Hochdorf. Um die Anlagen auslasten zu können, wird nun auch Molke verarbeitet. Aufgrund der sinkenden Milchproduktion werde zudem geprüft, für Exportprodukte Milch zu importieren. Allerdings seien auch im Ausland die Milchpreise angestiegen, erklärt Pressesprecher Christoph Hug der Hochdorf-Gruppe.

Der Käseexport konnte gemäss TSM bis März um 4,1% oder 662 Tonnen auf 16'863 Tonnen gesteigert werden. Dabei stechen die USA mit einem Plus von rund 75% (+515t) auf 1198 Tonnen aus der Länderstatistik heraus. Die Importe stiegen in der gleichen Zeit nur noch um 0,5% auf 12'422 Tonnen.

Milchpreise steigen

Aufgrund des kleinen Angebots und der steigenden Milchpreise im Ausland erhöhte die BOM den Richtpreis per Juni auf 69 Rappen pro Kilo. Emmi bezahlt ihren Direktlieferanten gemäss LID im Juni rund 6,5 Rappen mehr als im gleichen Vorjahresmonat und die Nordostmilch AG, einer der grössten Milchhändler, bezahlt ab Juli bis 10 Rappen mehr pro Kilo.

Im Verkaufsregal werden die Milchprodukte deshalb bald teurer. Als Mitglied der BOM sei Coop gezwungen, die Preiserhöhung weiterzugeben, erklärt Coop-Mediensprecher Urs Meier. «Wann und wie hoch die Erhöhung sein wird und welche Produkte es betrifft, können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.»

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