20.02.2019 17:00
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/lid
Milchmarkt
Milchbauern nur noch im Museum?
Die Organisation Uniterre sieht im Unterschreiten der 20‘000er-Grenze bei den Schweizer Milchbauern eine grosse Gefahr. Sie fordert deshalb eine Erhöhung des Produzentenmilchpreises.

Nur noch 19‘568 Betriebe produzierten 2018 in der Schweiz Milch. "Wann wird der letzte Milchproduzent in einem Museum sein?", betitelt die Organisation ihre jüngste Medienmitteilung. Uniterre sieht nicht nur die Existenz der Milchbauern, sondern auch von vor- und nachgelagerten Sektoren in Gefahr und spricht von einem Misserfolg für die Schweiz und ihr Image der traditionellen Landwirtschaft. 

Man denke an die Milchbauern-Familien, die aufhörten und sich von ihren Kühen trennen mussten, schreibt Uniterre in einer Mitteilung. "Eine Konzentration der Produktion? Ist es das, was wir wollen? Sollten wir nicht die Erhaltung von Bauernhöfe im ganzen Land bevorzugen?", fragt die Bauerngwerkschaft. Jeder Milchviehbetrieb, der schliesse, führe zu einem Arbeitsplatzverlust in den vor- und nachgelagerten Stufen, also beispielsweise bei Tierärzten, Saatgutunternehmen und bei Verarbeitern.

Dem Milchproduzenten werde immer eingetrichert, dass er sich der Nachfrage anpassen müsse. "Wenn wir dieser Logik folgen, wie viele Arbeitskräfte haben die Schweizer Milchproduzenten (SMP) angesichts des Verschwindens von mehr als 20'000 Milchhöfe in den vergangenen 20 Jahren abgebaut?", so die Kritik von Uniterre an den Dachverband.

Eine Erhöhung des Milchpreises sei der einzig richtige Weg aus der Misere. Dazu brauche es einen gerechtere Mengensteuerung und Margenverteilung.

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