18.08.2015 11:12
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Europäischer Milchmarkt
Milchbauernprotest beim EU-Ministertreffen
Milchbauern aus ganz Europa wollen beim nächsten EU-Agrarministerrat gegen die derzeit schlechten Milchpreise protestieren. Wie das European Milk Board (EMB) vergangene Woche mitteilte, ist eine grosse Kundgebung am 7. September in Brüssel vor dem Gebäude geplant, in dem die Agrarminister tagen.

Mit Milchbauern aus ganz Europa und zahlreichen Traktoren wolle man den Ministern „nachhaltig die miserablen Resultate ihrer Milchpolitik vor Augen führen“, kündigte EMB-Präsident Romuald Schaber an. Die Milchpreise seien im Keller, und Landwirten quer durch Europa werde brutal die Existenzgrundlage entzogen.

So würden aus vielen Ländern bereits Produzentenpreise gemeldet, die unter 25 Cent/l Milch lägen, und das bei Produktionskosten von mehr als 40 Cent/l. „Dass auf dem Milchmarkt alles total schiefläuft und es flächendeckend brennt, haben nun auch die Politiker begriffen“, erklärte der EMB-Präsident. Damit es bei der ausserordentlichen Ratssitzung aber nicht wieder nur beim Diskutieren bleibe, sondern endlich auch die dringend notwendigen Lösungen für den Milchmarkt beschlössen werden, müssten sich die europäischen Milchbauern in Brüssel Gehör verschaffen.

Je mehr Milchbauern vor Ortseien, desto deutlicher werde, dass sie zusammenstünden und dass die Politik handeln müsse, so Schaber. Unter anderem fordert das EMB, mit dem Geld aus der Superabgabe einen freiwilligen Lieferverzicht zu finanzieren, damit sich die Milchmenge verringert. Ausserdem verlangen die Interessenvertreter kostendeckende Milchpreise und als „Kriseninstrument“ das verbandseigene Marktverantwortungsprogramm (MVP).

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