6.04.2017 13:21
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Milchmarkt
«Milchkuhbestand senken»
Im Februar hat der Schweizer Bauernverband aufgrund der miserablen Situation im Molkereimilchmarkt eine Arbeitsgruppe Milch eingesetzt. Diese hat nun an ihrem ersten Treffen erste Massnahmen verabschiedet. Der Bauernverband rät den Milchbauern, den Kuhbestand weiter zu reduzieren.

Seit Monaten haben die Produzenten von Molkereimilch mit tiefen Milchpreisen zu kämpfen. Für viele Betriebe ist die Situation prekär. Trotz rückläufiger Produktion und anziehenden Preise in den Nachbarländern sind die Produzentenpreise (noch) nicht gestiegen. Die Mehrheit der Mitglieder der Branchenorganisation Milch (BOM) hat an der letzten Sitzung gegen eine Erhöhung des Richtpreises für Molkereimilch im A-Segment gestimmt.

Der Vorstand des Schweizer Bauernverbands (SBV) hat deshalb an seiner Februar-Sitzung entschieden, die Arbeitsgruppe (AG) Milch wieder zu reaktivieren. Diese hat ein erstes Bündel von Massnahmen präsentiert, wie es in einem Communiqué des SBV heisst. Der Vorstand des Bauernverbandes hat dieses Massnahmen-Set gutgeheissen. Die Massnahmen sollen nun konkretisiert und umgesetzt werden.

Im Zentrum stehen: 

- Analyse der Margensituation und -entwicklung bei der Milchverarbeitung und dem Detailhandel, 

- Analyse der Anteile inländischer respektive importierter Milchprodukte in den Sortimenten der Detailhändler

- Sensibilisierung der Konsumenten über Kommunikationsmassnahmen

- Aufbereitung von zeitnahen Informationen zum Milchmarkt.

Der Vorstand des SBV richtete erneut einen Appell an den Handel und die Verarbeiter. Es wird unmissverständlich eine Erhöhung des effektiv bezahlten Milchpreises auf das Niveau des Richtpreises gefordert. «Es ist nicht akzeptabel, dass die Milchkäufer mittlerweile seit Monaten eine Erhöhung der Milchpreise hinausschieben», so der SBV. Die Arbeitsgruppe wird beauftragt, mit dem Milchhandel in Kontakt zu treten.

Weiter erachtet der Vorstand des SBV eine weitere Senkung der Milchproduktion als unumgänglich, um die Preissituation «nachhaltig zu verbessern». Aufgrund der guten Schlachtviehpreise empfiehlt der Bauernverband, die Milchkuhbestände zu reduzieren. Investitionen in Milchviehställe sollen nur sehr vorsichtig getätigt werden.

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