16.03.2017 15:19
Quelle: schweizerbauer.ch - Raphael Bühlmann
Milchmarkt
Milchpreis: Verarbeiter und Handel erklären sich
Die Grossen der Branche zeigen Verständnis für die Jungbauern. Es gelte aber auch, den Markt im Auge zu behalten.

Die Junglandwirte rufen dazu auf, sich mit einem Brief an die grossen Player der Schweizer Milchbranche zu richten. Angesprochen sind Emmi, Hochdorf, Migros, Coop und Cremo.

Emmi: "Kein Interesse an tiefen Preisen"

Auf Nachfrage zeigt Emmi Verständnis dafür, dass die Junglandwirte auf die schwierige Situation der Milchproduzenten aufmerksam machen und stellt in Aussicht: «Wenn sich der Trend der höheren internationalen Milchpreise fortsetzt, muss eine Erhöhung des A-Richtpreises in der Schweiz bald zum Thema werden», erklärt Emmi-CEO Urs Riedener. Emmi habe kein Interesse an möglichst tiefen Milchpreisen und bezahle nachweislich einen überdurchschnittlichen Preis für konventionelle und für Bio-Milch.

«Wir sind uns bewusst, dass der Rohstoff Milch nur dann zuverlässig geliefert werden kann, wenn die Existenz der Produzenten gesichert ist». Auf der anderen Seite müsse man beim Verkauf konkurrenzfähig sein. «Sonst gehen unsere Umsätze in der Schweiz noch schneller zurück, mit entsprechend negativen Auswirkungen auf die Milchabnahmemengen», so Riedener weiter.

Hochdorf: Erfolgreiche Milchverarbeiter bester Garant

Verständnis zeigt auch Hochdorf. «Wir versuchen, einen möglichst guten Milchpreis zu bezahlen», erklärt Kommunikationschef Christoph Hug, der aber sogleich darauf verweist, dass dieser sich in einer Marktwirtschaft nicht beliebig steuern lasse. «Die besseren internationalen Milchpreise führten aber auch bei der Hochdorf-Gruppe zu höheren Milchpreisen – auch ohne Anstieg des A-Milch-Preises.» Grundsätzlich sei man bei Hochdorf der Meinung, dass erfolgreiche Milchverarbeiter der beste Garant für eine gesunde Milchindustrie seien; dazu gehöre auch das Erwirtschaften von Gewinn.

Coop befürwortet Erhöhung des Richtpreises


Coop schreibt, dass sie sich zu einem fairen Milchpreis bekennt und befürwortet die Erhöhung des Richtpreises per 1. Juli 2017. «Wir möchten darauf hinweisen, dass bei Coop zudem jede zweite Milch eine Mehrwert-Milch ist, für die Coop einen deutlich über dem Richtpreis liegenden Preis zahlt.»

Migros ihrerseits lässt verlauten: «Unsere Kundinnen und Kunden sind bereit, für Produkte mit klaren Mehrwerten höhere Preise zu bezahlen. Davon profitieren auch die Produzenten. Verschiedene erfolgreiche Beispiele belegen dies (z.B. Bio-Milch, Wiesenmilch, Spezialitätenkäse etc.).» Cremo hat sich bis Redaktionsschluss nicht zum Thema geäussert.

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